Russell löst in melbourne den turbo aus – und zeigt, wie wild 2025 wird
George Russell hat die neue Turbo-Ära der Formel 1 mit einem Burn-out eröffnet – und zwar im Geiste. 58 Runden lang riss er das Feld auseinander, schmiss den Mercedes wie ein Kart über die Curbstones, ließ Charles Leclerc im Regen von Gummifetzen stehen und jubelte am Funk: „I liebe dieses Auto, ich liebe diesen Motor!“ Der Grand Prix von Australien war kein Rennen, es war eine Ansage: Die Saison 2025 wird zur Achterbahn.
Der moment, als leclerc fast zwei sieger machte
Startlicht aus – und Russell patzt. Die hinteren Reifen verwandeln sich in Rauch, Leclerc schlängelt sich vorbei. In der Folge ein Ping-Pong auf Biegen und Brechen: Führungswechsel, DRS-Flüge, Angriffe auf Messers Schneider. „Das war sehr gefährlich von Charles, wir hatten das doch abgesprochen“, funkt Russell in Runde sieben. Die Antwort kommt per Boxencrew: „Weitermachen, Jungs, weitermachen.“
Die Entscheidung fällt beim Virtual Safety Car in Runde zwölf. Mercedes zieht beiden Silberpfeilen den Stecker, bringt Russell und Kimi Antonelli rein – Ferrari lässt Leclerc und Lewis Hamilton draußen. Hamiltons Stimme knallt durch die Gegend: „Wenigstens einen von uns hättet ihr reinholen müssen!“ Es ist der alte König, der plötzlich als zweiter Sieger seiner eigenen Mannschaft ins Ziel fährt.
Audi schreit sofort „wir sind da!“
Hinter dem Triple-Finale liefert der Nachwuchs das Feuerwerk. Gabriel Bortoleto schraubt den neuen Audi R.S.26 auf Platz neun – Punkte beim Debüt, Sponsoren jubeln, Ingolstadt trinkt Prosecco zum Frühstück. Arvid Lindblad wird Achter, 18 Jahre alt, Red-Bull-Nachwuchs, Zukunft in Reinkultur. Dagegen zerlegt sich Isack Hadjar beim ersten Red-Bull-Start selbst: „Es ist alles kaputt!“ – ein Satz, der direkt auf Meme-Kurs geht.
Die Boxengasse gleicht einem Triathlon: Bottas, Alonso, Stroll – alle raus. Sergio Perez fährt halb nackt, seine Cadillac-Karosserie hängt im Wind wie ein abgerissenes Blatt. 16 von 22 Autos sehen die Zielflagge, das ist die neue Normalität: wer überlebt, gewinnt.
20 Sekunden, die mercedes wieder glänzen lassen
Am Ende steht eine Sekunde zwischen Russell und Antonelli – 20 Sekunden dahinter Leclerc. Die Zeiten sind so eng wie die Köpfe in der Parabolica. Mercedes hat die erste Nacht der Saison gewonnen, aber die Schlacht ist offen. Die Motoren heulen, die Strategen rechnen, die Reifen weinen. Melbourne war nur der Prolog – und der klang schon nach Finale.
Russell spricht ins Mikro, das Stadion brüllt mit. „Ich liebe dieses Auto, ich liebe diesen Motor!“ – drei Mal wiederholt er es, als wolle er sich selbst davon überzeugen, dass es wahr ist. Die Saison ist einen Grand Prix alt und schon jetzt klar: Wer hier nicht jeden Meter attackiert, fliegt raus. Punkt. Aus. Nächste Runde.
