Russell eröffnet den sprint und zündet den mercedes-joker
George Russell hat in Shanghai den Sprint der Formel-1-Saison 2026 geknackt – und damit die nächste Kampfansage an die Konkurrenz geschickt. Der 28-Jährige ließ Charles Leclerc und Lewis Hamilton hinter sich, während Max Verstappen mit einem verpatzten Start ins Leere griff.
Russell zieht die reißleine und hamilton folgt
Die ersten acht Runden waren ein Boxkampf auf Asphalt. Hamilton attackierte, Russell konterte – beide Mercedes schalteten den Überholboost wie nach Schema F. Dazwischen lauerte Leclerc, doch der Ferrari-Faden riss beim Restart nach dem Safety-Car-Einsatz. „Lewis hat mir anfangs die Hacken gezeigt“, sagte Russell mit einem Grinsen, „aber ich habe ja 20 Jahre weniger Verschleiß auf der Karosse.“
Die Stunde der Wahrheit kam in Kurve 6. Russell bremste spät, blieb draußen, nahm sich die Ideallinie zurück – und Hamilton musste abkassieren. Von da an verwaltete der Brite nur noch das Tempo. Der Vorsprung auf Leclerc: 1,9 Sekunden bei Zielerklärung. Kleine Zahl, große Machtdemonstration.

Verstappen verpasst die punkte – mercedes setzt die agenda
Verstappen schied als Neunter aus, Red Bull liegt im Sprint-Koma. Der RB20 verrutschte am Start, danach war die Luft raus. „Wir haben das Gefühl, auf der Stelle zu treten“, klagte der Niederländer. Der Weltmeister von 2021 bis 2025 muss nun zusehen, wie Mercedes die Playliste der Saion 2026 selbst auflegt.
Kimi Antonelli fuhr als Fünfter auf – trotz Strafe. Die Zehn Sekunden wegen zu frühem DRS-Einsatz kosteten ihn Podestluft, nicht aber den Eindruck, dass der 19-Jährige längst bereit ist, die alte Garde zu jagen. Lando Norris wurde Vierter, Oscar Piastri Sechster – McLaren bleibt erster Verfolger, aber die Distanz zum Stern wächst.

Der kalender schrumpft – der krieg bestimmt den spielplan
Nicht nur auf der Strecke, auch im Büro kriselt es. Die Grands Prix in Bahrain und Saudi-Arabien fallen wohl flach, der Iran-Konflikt macht die Pendlerstrecke der Circus-Flotte zur Risikozone. Noch fehlt die offizielle Bestätigung, doch die Teams rechnen intern bereits mit 22 statt 24 Rennen. Für Mercedes kein Grund zur Panik – wer in Melbourne und Shanghai gewinnt, kann auch mit zwei Rassen weniger leben.
Morgen um 8.00 Uhr Ortszeit geht’s ins Qualifying, am Sonntag folgt der Große Preis. Dann will Russell den doppelten Schlag landen: Sprint und Hauptrennen in einem Wochenende. Die letzte Saison, in der das gelang, endete mit der Krönung eines gewissen Lewis Hamilton. Die Vorzeichen sind verblüffend ähnlich – nur diesmal ist der Junge im anderen Silberpfeil der Mann mit der Peitsche.
