Runjaić packt aus: „zaniolo wird zur chefsache – davis zurück in der startelf-debatte“

Kosta Runjaić redet Klartext. Vor dem Duell mit der Fiorentina rückt der Udinese-Trainer die letzten drei Pleiten in eine unbequeme Perspektive: „Wir haben nicht unser bestes Fußball gespielt, aber wir haben auch Pech gehabt.“ Die Botschaft ist klar – die Serie soll im Friaul enden, sonst wird es eng im Kampf gegen die Abstiegszone.

Zaniolo als turbo: „er wird besser von spiel zu spiel“

Runjaić setzt auf Nicolò Zaniolo. Der Italiener, im Winter aus Galatasaray ausgeliehen, war lange ein Schatten seiner selbst. Jetzt, sagt der Coach, „steigt seine Formkurve steil“. Die Zahlen bestätigen es: In den letzten 135 Minuten erzielte der 25-Jährige zwei Torbeteiligungen – mehr als in den gesamten drei Monaten zuvor. Gegen die Viola soll der ehemalige Roma-Star erstmals über 90 Minuten gehen. „Er hat die Anweisung, das Spiel zu entscheiden“, so Runjaić.

Die Frage ist nur: Schafft Udinese die Balance zwischen Offensivpower und defensiver Stabilität? Denn hinten kassierte das Team in den letzten drei Partien sieben Gegentore – zu viel für einen Klub, der sich selbst Europaplatz-Träume ausgemalt hatte.

Davis-comeback: „er ist zurück, ob von anfang an oder nicht“

Davis-comeback: „er ist zurück, ob von anfang an oder nicht“

Ein Name sorgt für zusätzlichen Rückenwind: Isaac Success Davis. Der nigerianische Stürmer fällt seit Wochen mit Muskelproblemen aus, kehrte diese Woche ins Mannschaftstraining zurück. Runjaić bestätigt: „Er ist voll im Kader, ich muss nur entscheiden, ob er von Anfang an spielt oder wir ihn als Joker einsetzen.“ Davis’ Physis wäre genau das, was Udinese in der Box braucht – gegen die aggressiv pressende Fiorentina-Abwehr.

Intern deutet alles darauf hin, dass Runjaić auf eine Doppel-Spitze mit Lautaro Gianetti als falscher Neun und Davis als Target-Player setzt. Die Alternative: Zaniolo hinter Keinan Davis – ein Systemwechsel, der die Gegner überraschen soll.

Die Stimmung im Klub ist angespannt, aber nicht verzagt. Nach der 0:3-Klatsche in Parma forderte die Geschäftsführung eine Reaktion – und die kommt jetzt. Runjaić selbst weiß: „Gewinnen wir nicht, rutscht uns die Serie A weg.“ Die Rechnung ist simpel: drei Punkte gegen die Fiorentina würden Udinese auf Platz 12 springen lassen – und die Europa-League-Träume wiederbeleben.

Abpfiff in Udine ist um 18 Uhr. Die Fans haben schon jetzt die Curva aufgebaut, Choreo gegen das Abstiegsgespenst. Runjaić wird mit ihnen reden, bevor die Mannschaft den Tunnel betritt. Seine letzte Ansage: „Wir spielen für unsere Zukunft – und für die, die nie aufhören zu glauben.“