Ruhrstadion-umbau: bochumer fans müssen sich auf harte jahre einstellen

Bochum – Der VfL Bochum muss sich auf eine turbulente Zukunft einstellen: Bis 2029 wird das traditionsreiche Ruhrstadion umfassend saniert. Für die Fans bedeutet das Einschränkungen, für die Stadt eine riskante Investition und für den Verein die Hoffnung auf eine langfristig wettbewerbsfähige Heimspielstätte.

Neunzig millionen für alte mauern – lohnt sich das wirklich?

Die Stadt Bochum investiert rund 90 Millionen Euro in die Modernisierung des Stadions an der Castroper Straße. Ein stolzer Betrag, der die Frage aufwirft, ob diese Summe angesichts der angespannten Haushaltslage wirklich sinnvoll ist. Der VfL soll durch eine höhere Pacht abhelfen, deren Höhe jedoch stark von der Ligazugehörigkeit abhängt – ein zweischneidiges Schwert, das die Stadt in finanzielle Bredouille bringen könnte, sollte der Abstieg in die dritte Liga Realität werden.

Die Notwendigkeit des Umbaus ist unbestritten. Der Zustand der Bausubstanz ist derart kritisch, dass der VfL das Stadion ohne Sanierung kaum noch nutzen könnte. Neben der Erhaltung der bestehenden Strukturen sind vor allem der Brandschutz und die veraltete Technik marode. Oberbürgermeister Jörg Lukat sieht in den Maßnahmen einen „unumgänglichen Schritt“, um dem Verein eine „bundesligataugliche Spielstätte“ zu sichern.

Weniger platz, mehr vips: ein kompromiss für alle?

Weniger platz, mehr vips: ein kompromiss für alle?

Trotz der hohen Investition dürfen sich die VfL-Fans jedoch nicht auf eine umfassende Erweiterung der Kapazitäten freuen. Zwar werden die Zuschauerzahlen auf rund 28.000 gesteigert, hauptsächlich durch die Wiederherstellung gesperrter Bereiche und die Umwandlung von Stehplätzen in Sitzplätze. Die zusätzlichen 2.000 Plätze gehen vor allem in einen erweiterten VIP-Bereich ein, was die Frage aufwirft, ob die Interessen der treuen Anhänger wirklich im Fokus stehen.

Die Pacht wird zum Stolperstein: Ein zentraler Knackpunkt ist die Anpassung der Pacht an die Ligazugehörigkeit des VfL. Während die Stadt von einem schnellen Wiederaufstieg ausgeht – eine spekulative Annahme angesichts der aktuellen Tabellenlage – drohen dem Verein bei einem weiteren Abstieg erhebliche finanzielle Belastungen. Es bleibt abzuwarten, ob sich die Investition für die Stadt wirtschaftlich rentiert. „Die Vereinbarung mit dem VfL ist, dass die Miete marktgerecht ist“, so Ralf Meyer, Geschäftsführer der Bochumer Sportstätten-Besitzgesellschaft. „Die Pacht wird in der zweiten Liga natürlich niedriger sein als in der Bundesliga. Das ist vertraglich fixiert.“

Die kommenden drei Jahre werden für den VfL und seine Fans eine harte Zeit. Die Bauarbeiten finden im laufenden Spielbetrieb statt, was zu erheblichen Einnahmeverlusten führen wird. Dennoch zeigt sich der Verein optimistisch: „Wir könnten dies sonst nicht stemmen und sind glücklich, dass die Stadt die Investition übernimmt“, betonte VfL-Geschäftsführer Ilja Kaenzig. Die Hoffnung ruht nun darauf, dass der Umbau am Ende die Mühen wert ist und dem VfL Bochum eine nachhaltige Perspektive ermöglicht.