Rüdiger trifft, madrid drückt: der clásico-krimi lebt
Antonio Rüdiger schlägt mit dem Schlappen, nicht mit dem Schwert. Die 39. Minute, ein verwürfelter Freistoß, ein Gewühl aus Ellbogen und Schienbeinen. Da hängt der Nationalverteidiger in der Luft wie ein Storch und vollstreckt aus zwölf Metern per Volley. Sein erstes Tor dieser Liga-Saison. Sein wichtigster Treffer seit langem.
Real Madrid besiegt den abstiegsbedrohten FC Elche 4:1, rückt auf einen Punkt an Barcelona heran und hält den Clásico-Krimi am Kochen. Drei Tage nach dem 3:0 gegen Manchester City legt Carlo Ancelottis Ensemble eine weitere Gala vor – wenn auch gegen deutlich schwächere Gegner.

Valverde, der dauerläufer, macht den deckel drauf
Federico Valverde, am Mittwoch noch Dreifachtorschütze gegen die Citizens, wiederholt seinen Spurt vor der Pause. Nach 44 Minuten donnert er den Ball aus 18 Metern unten rechts in die Maschen. Der Uruguayer wirkt wie ein Turbolader, den man einfach nicht abschalten kann.
Barcelona kann am Sonntag gegen Sevilla wieder auf drei Punkte erhöhen, doch der Druck sitzt. Die Katalanen wissen: Madrid ist bereit, jeden Patzer sofort zu bestrafen.
Der 19-jährige Dean Huijsen, Rüdigers Zentrum-Partner, erhöht nach einer Ecke per Kopf auf 3:0. Dann kommt der Schönheitsfehler: Manuel Angel, eingewechseltes Eigengewächs, befördert den Ball ins eigene Tor. Arda Güler, 19, antwortet binnen vier Minuten – 4:1, Endstand.
Lo que nadie cuenta es: Ancelotti rotiert trotz des engen Spielplans kaum. Er vertraut auf Dauerbrenner, die sich gegenseitig schieben. Rüdiger absolvierte in dieser Woche bereits 180 Minuten auf höchstem Niveau, seine Luftnummer war die Krönung.
Die Cifra spricht für sich: Madrid kassierte in den letzten fünf Liga-Spielen nur einen Gegentreffer – und erzielte 14 Tore. Die Defensive stabilisiert sich, während Barcelona hinten zuletzt wackelte.
Der Clásico am 26. April rückt näher. Wer dann oben steht, entscheidet sich im Kopf und in den Beinen. Rüdiger hat seine Visitenkarte bereits hinterlassen.
