Rückkehrer voß: straßenrad-comeback im kölner umland!

Paul Voß, der ehemalige Straßenradprofi, lässt sich auf ein überraschendes Comeback ein. Bei „Rund um Köln“ wird der 40-Jährige im deutschen Nationalteam an den Start gehen – eine Reise in seine Vergangenheit, nachdem er seine Karriere vor fünf Jahren eigentlich beendet hatte.

Gravel-boom und die rückkehr zum asphalt

Voß, der heute in Düsseldorf lebt, blickt zurück auf eine unerwartete Wendung in seiner Karriere. Nach dem Ende seiner Zeit als Straßenradprofi im Jahr 2016, stieg er vor fünf Jahren in den aufstrebenden Gravelradsport ein. „Ich hab 2021 – sicherlich als einer der ersten in Deutschland – diesen Trend kommen sehen und mich voll draufgestürzt“, erklärt er im Gespräch mit wdr.de. Der Gravelsport, der aus den USA kam, erlebte in Deutschland spätestens 2023 einen regelrechten Boom, von dem Voß profitierte und nun wieder vom Radsport leben kann.

Die Faszination des Gravelsports liegt in der Kombination aus Straßenrennrad- und Mountainbike-Elementen. Die Geometrie der Räder ist an Straßenräder angelehnt, aber breitere Reifen und gelegentliche Federungen ermöglichen schnelle Touren durch anspruchsvolles Gelände. Voß profitiert von diesem Trend und kann sich dank seiner Erfolge als zweimaliger Deutscher Meister von seinem Sport finanziell unterstützen lassen. „Anders als früher bin ich nicht in einem Team eingebettet, sondern bin als Einzelsportler unterwegs und lebe von meinen persönlichen Sponsoren“, so Voß.

Nationalteam und unbound-vorbereitung

Nationalteam und unbound-vorbereitung

Bei „Rund um Köln“ wird Voß nicht allein an den Start gehen. Er gehört zum deutschen Nationalteam, in dem auch Namen wie Nils Politt zu finden sind, der normalerweise für das Team UAE von Tadej Pogacar fährt. Voß freut sich auf das Rennen und die Gelegenheit, alte Bekannte wiederzusehen: „Ich freue mich sehr drauf. Ich mag das Rennen und dann ist es auch schön, noch einmal all die alten Kollegen wieder zu treffen.“

Doch das Rennen in Köln dient auch einem konkreten Zweck: Voß bereitet sich auf das prestigeträchtige „Unbound“-Rennen in den USA vor, das am letzten Mai-Wochenende stattfindet und mit seinen 350 Kilometern Länge das bedeutendste Gravelrennen der Welt ist. „Es wird mein Saisonhöhepunkt. Ich stecke mitten in der Vorbereitung, da passt eine harte Belastung wie Rund um Köln bestens ins Training“, erklärt er.

Die Entwicklung der Trainingswissenschaft hat Voß ebenfalls zu einem leistungsstärkeren Athleten gemacht. „Ich weiß heute viel mehr über sinnvolle Trainingsformen und -umfänge und auch viel mehr über Ernährungswissenschaft“, sagt er. Die Rennen sind schneller geworden, auch im Gravelsport, und Voß ist bereit, sich dieser Herausforderung zu stellen. Die Rückkehr des Routiniers auf das Straßenrad verspricht ein spannendes Kapitel im deutschen Radsport.