Rote karte-wahnsinn in fortaleza: acht verweise beim showdown brasilien vs. usa

Fortaleza schwappt über vor Emotionen. 55.744 Fans erleben nicht Fußball, sondern pure Eskalation: Brasilien gegen USA endet 0:1, doch die Zahlen vom Platz sprechen eine andere Sprache. Acht rote Karten zückt Schiedsrichterin Paola Cebollada Lopez gegen die Gastgeberinnen – zwei davon nach Abpfiff.

Trainer, spielerinnen, betreuer – alle fliegen

Arthur Elias verliert in der Nachspielzeit die Contenance, schreit sich die zweite Gelb-Rot ab. Drei weitere Mitglieder der brasilianischen Bank folgen. Zwei Feldspielerinnen gehen vorzeitig, zwei weitere folgen in der Kabinengasse. Die US-Amerikanerinnen stehen verdutzt im Mittelkreis, kaum einer wagt zu jubeln. Die Führung fällt als Eigentor von Isabela Chagas in der 63. Minute – fast schon beiläufig.

Was als Vorbereitung auf die Heim-WM 2027 gedacht war, mutiert zum Präzedenzfall. Nie zuvor verzeichnet eine brasilianische Frauen-Nationalmannschaft derart viele Platzverweise in einem einzigen Spiel. Die spanische Referee notiert nach Abpfiff routiniert weitere Daten, doch ihr Gesicht verrät Entsetzen.

Die stimmung kippt nach der pause

Die stimmung kippt nach der pause

Brasilien dominiert die erste Halbzeit, verpasst drei Großchancen, dann zerreißt ein Foul an Sophia Smith den Faden. Gelb-Rot für Gabi Nunes in der 52. Minute – der Funke springt über. Zweifelhafte Zweikämpfe, hitzige Diskussionen, die US-Defensive zieht sich zurück, wartet auf Konter. Die Fans in Fortaleza buhen, die brasilianische Bank tobt.

Die Heimmannschaft hatte erst am Sonntag 2:1 gewonnen, nun droht eine Serie von Strafen durch die FIFA-Kommission. Sollte das Disziplinargericht einschreiten, wäre das Hinspiel gegen die USA in Brasília nur der Auftakt eines turbulenten WM-Jahres.

US-Coach Emma Hayes atmet tief durch. Ihre Mannschaft nimmt den Sieg mit, doch die Erinnerung bleibt. Eigentor und acht rote Karten – mehr Show als Sport. Brasilien feiert WM 2027, aber heute Nacht feiert niemand.