Rosolino und der multivan: ein olympiachampion im dauerlauf der großstadt

Rome, 6:12 Uhr. Massimiliano Rosolino sitzt noch im Trikot, aber der erste Sprint ist schon vorbei – im Parkhaus. Seine Töchter flitzen zwischen Sitzen, die auf Schienen gleiten, Rucksäcke fliegen in Fächer, die Sekunden später Laptop-Stauraum sind. Der Volkswagen Multivan e-Hybrid 4Motion verwandelt sich vor dem Händedruck des Schwimm-Legends von Familien-Shuttle in mobile Umkleide, dann in Büro und schließlich in Ladezone für nasse Badeanzüge. Kein Trickfilm, nur Montag.

Stadt, kind, job – alles in einem fahrzeug

„Früher trainierte ich für einen Traum, heute für mein Lebensgefühl“, sagt Rosolino, während er auf dem Beifahrersitz die Beine streckt. Zwischen den Sitzen liegt ein Herzschrittmacher-Monitor, den er für seine Stiftung testet. 469 Liter Kofferraum reichen für medizinische Geräte und Mittagessen, 3.672 Liter schlucken zwei Badebretter plus Tochter-Fahrrad – ohne umzupacken. Die Zahl lautet: null Umklapp-Gehampel.

Der 400-Volt-Akku liefert 95 rein elektrische Kilometer – genug für die City-Runde zwischen Villa-Glori-Joggingstrecke, Schwimmverein und TEDx-Call. Kommt der Ring-Verkehr, schaltet das System auf 245 PS Hybrid. 0–100 km/h in 11,6 Sekunden? Für Rosolino Zeit, um Atemtechnik zu erklären. Durchzug inklusive.

Die wahre disziplin heißt modularität

Die wahre disziplin heißt modularität

Keine Mittelkonsole blockiert den Durchstieg, keine harten Plastikleisten zerkratzen die Schwimmbrille. Die Sitze wiegen acht Kilo, lassen sich von einer Hand nehmen, von der anderen drehen – Konfiguration „Konferenzraum“ entsteht während der roten Ampel. „Ich habe Weltrekorde aus 15 Metern Tiefe, aber das hier ist mein persönlicher Rekord in Sachen Alltagstiefe“, lacht der 46-Jährige.

Preis: 80.600 Euro. Für den Gewinner von Olympia-Silber 2004 ein Betrag, der sich nicht in Medaillen, sondern in Minuten messen lässt: 37 Minuten pro Tag eingespartes Organisations-Chaos laut interner App. Die Rendite: mehr Zeit für die Mädchen, mehr Luft für seine Foundation gegen kindliche Herzfehler. Technik als Nebenschwimmhalle, eben.

Gegen 21 Uhr klappt Rosolino die Hecktür mit Fußkick zu. Roma glüht, der Multivan rollt leise elektrisch den Kieselweg hinunter. Kein Siegerehrungs-Podium, nur ein Abschiedsgruß an den Fahrer, der morgen wieder um 5:45 Uhr startet – und den Van, der sich schon darauf freut, wieder einmal alles zu sein außer dem, was er gestern war.