Ronaldo-debatte eskaliert: ist portugal ohne den superstar besser?

Cristiano Ronaldo, der unangefochtene König des portugiesischen Fußballs, steht im Zentrum einer hitzigen Debatte. Nach dem holprigen WM-Auftakt gegen die Demokratische Republik Kongo wächst die Kritik an seiner Leistung, und die Frage wird lauter: Kann Portugal ohne seinen Kapitän überhaupt erfolgreicher sein? Ein Start, der mehr Fragen aufwirft als Antworten liefert.

Die enttäuschung auf dem platz und in der kabine

Während Lionel Messi mit einem Dreierpack glänzte und andere Stars traf, blieb Ronaldo gegen Kongo weitgehend blass. Sein frustrierter Abzug aus der Kabine unmittelbar nach dem Spiel wirkte wie ein Symbol für die Probleme, die das portugiesische Team plagen. Die “Público” schrieb unmissverständlich: „Das Team, dem es an Vertikalität mangelte, war seinem Vertrauen in Ronaldo ausgeliefert. Doch Vertrauen allein genügt nicht.“ Ein harter Schlag für den 41-jährigen Routinier.

Die Horrorbilanz spricht Bände: Null Torschüsse, null erfolgreiche Dribblings, null entscheidende Pässe – und sogar weniger Ballkontakte als der kongolesische Torwart Lionel Mpasi-Nzau. Ngal Ayel Mukau von Kongo war ehrlich: „Wir wissen, dass er nicht mehr derselbe ist wie früher. Er ist ein bisschen älter jetzt.“ Eine subtile, aber deutliche Ansage.

Experten schießen mit scharfer kritik ab

Experten schießen mit scharfer kritik ab

Auch ehemalige Weltmeister scheuen sich nicht, deutliche Worte zu finden. Thierry Henry, der französische Held von 1998, prangerte blanken Egoismus an: „Die Mannschaft muss treffen, nicht Du musst treffen.“ Eine klare Ansage an Ronaldo, der angeblich Laufwege verweigert, die seine Mitspieler in Schusspositionen bringen würden, um selbst Tore zu erzielen. Die Kritik ist nicht neu, aber angesichts der aktuellen Leistungen besonders schmerzhaft.

Die historische Bürde lastet schwer auf Trainer Roberto Martínez, der nach der WM seinen Posten räumen wird. Er steht vor einer Grundsatzfrage: Bleibt er Ronaldo treu, oder wagt er einen Umbruch? Die spanische “Marca” brachte es auf den Punkt: „Die historische Bürde, Cristiano Ronaldo in guten wie in schlechten Zeiten auf dem Platz zu halten, lastet schwer auf ihnen.“

Ein blick auf die zukunft

Ein blick auf die zukunft

Das nächste Spiel gegen Usbekistan wird entscheidend sein. Kann Ronaldo seine Kritiker eines Besseren belehren? Oder wird Portugal ohne seinen Superstar tatsächlich stärker sein? Die Fußballwelt hält den Atem an. Roberto Martínez’ Bemerkung, dass es besser sei, in der Gruppenphase eine solche Leistung zu zeigen und sich noch deutlich zu verbessern, klingt wie ein verzweifelter Appell, die Situation zu nutzen und eine neue Dynamik zu finden. Ronaldo selbst lehnte nach dem Spiel sämtliche Interviews ab und postete lediglich eine optimistische Botschaft in den sozialen Medien, doch die Zweifel bleiben bestehen. Das Turnier hat gerade erst begonnen, aber für Cristiano Ronaldo steht viel auf dem Spiel.