Ronaldo-debatte entflammt: verpasst der superstar seine wm-chance?

Lissabon – Cristiano Ronaldo, der ewige Sohn Portugals, steht im Zentrum einer hitzigen Debatte. Nach einer verkrampften Vorstellung im letzten Testspiel vor der Weltmeisterschaft gegen Nigeria schlagen Experten Alarm: Ist der 41-jährige Stürmer noch in der Lage, bei der WM seine frühere Magie zu entfalten? Die Frage beschäftigt nun die portugiesische Öffentlichkeit und die internationale Presse gleichermaßen.

Die vergebene chance: ein abend zum vergessen

Die Partie gegen Nigeria endete zwar mit einem 2:1-Sieg für Portugal, doch Ronaldos Leistung war alles andere als überzeugend. Der Superstar vergab reihenweise Großchancen, darunter eine nach feinem Zuspiel von Nélson Semedo, bei der er lediglich den deutschen-nigerianischen Keeper Maduka Okeye überwinden musste. Seine Frustration war deutlich sichtbar, während die Fans im Stadion und vor den Bildschirmen sich fragten, ob dieser Abend ein Ausblick auf seine Leistungen in Katar sein könnte.

„Ein Abend zum Vergessen für Cristiano Ronaldo!“, titelte die englische Daily Mail, während die portugiesische A Bola ihm eine vernichtende 4/10 in der Einzelkritik verteilte – die gleiche Bewertung, die auch Innenverteidiger Goncalo Inácio und Joker Goncalo Ramos erhielten. Die spanische AS bemängelte Ronaldos „mangelnde Treffsicherheit“ und betonte, dass er „Probleme hat, den Ball im Netz unterzubringen.“ Auch in Frankreich wurde die Leistung des Stars kritisch gesehen: RMC Sport sprach von „tollpatschigen vergebenen Chancen“, während L’Équipe das „Traumtor“ von Francisco Conceicao hervorhob.

Martinez verteidigt seinen plan – und die erwartungen steigen

Martinez verteidigt seinen plan – und die erwartungen steigen

Nationaltrainer Roberto Martinez versuchte, die Kritik abzumildern. Er erklärte, dass der Plan für Ronaldo vorsah, entweder 45 oder 60 Minuten zu spielen, und betonte die Bedeutung der individuellen Weiterentwicklung sowie der Fähigkeit der Mannschaft, sich im Laufe des Spiels zu verbessern. „Das Wichtigste ist, am individuellen Aspekt zu arbeiten, aber auch eine Mannschaft zu haben, die in der Lage ist, das Spiel stärker zu beenden, als sie es begonnen hat“, so Martinez.

Doch die Erwartungen an Ronaldo in seiner Heimat sind immens. Sein letztes Länderspieltor datiert vom 14. Oktober 2025 gegen Ungarn. Die Fans sehnen sich nach der Rückkehr des Torjägers, der einst mühelos Tore erzielte. Ob Ronaldo diesen Druck standhalten und seine Kritiker verstummen lassen kann, wird sich zeigen. Die Welt blickt gespannt auf die Leistungen des portugiesischen Teams bei der WM.

Am 17. Juni trifft Portugal im ersten Gruppenspiel auf die Demokratische Republik Kongo. Die Zeichen stehen auf Neuanfang, aber die Frage, ob Ronaldo noch die tragende Säule des Teams sein kann, bleibt offen. Die Zeit drängt – und die Welt wartet auf Antworten.