Ronaldo jagt die verlorene spitze: saudi-torjägerkrone rutscht ihm durch die lappen

Cristiano Ronaldo ist zurück, doch die Krone wackelt. Nach 26 Tagen Zwangspause feierte der Portugiese mit einem Doppelpack gegen Al Najma sein Comeback – und schaute trotzdem nach oben. Denn während er mit dem Oberschenkel haderte, schossen Ivan Toney und Quiñones weiter. Beide stehen nun bei 26 Treffern, Ronaldo bei 23. Die Boa de Ouro? Für den Fünfmal-Weltfußballer erstmals seit 2023 in Gefahr.

Al nassr spielt mit fünf punkten vorsprung – und einem kalenderstapel

Der 7. Mai ist kein normaler Spieltag, sondern ein Termin mit Dynamit. Dann empfängt der Tabellenführer Al Nassr den Verfolger Al Hilal. Fünf Punkte Vorsprung klingen komfortabel, doch der Rückrunden-Modus der Saudi Pro League ist ein Pulverfass: Ein Ausrutscher reicht, um die Meisterschaft in Richtung Riad kippen zu lassen. Jorge Jesus weiß das, Ronaldo auch. Deshalb der Dialog an der Seitenlinie, der viral ging.

„Beachtet seine Einstellung“, schwärmte Jesus später. „Er wollte keinen Hattrick, er wollte schützen – sich und uns. Das ist Kapitänsmentalität.“ Ein Satz, der in Saudi-Arabien wie ein Mantra kursiert. Denn Ronaldo ist hier nicht nur Star, sondern Versicherungspolice. Seit seiner Ankunft gewann Al Nassr jedes Jahr die Torschützenkanone – bis auf die halbe Saison 2022/23, als er nach 16 Spielen und 14 Treffern einfach zu spät einstieg.

Die oberschenkelzange kam zur unzeit

Die oberschenkelzange kam zur unzeit

Der Muskelfaserriss am 28. Februar traf ihn in Bestform. Fünf Tore in vier Partien, längste Serie der Saison. Dann der Knick. Quiñones nutzte die Pause, um vier Mal zu netzen, Toney dreimal. Dazu lauert noch Roger Martínez mit 20 Treffern. Die Jagd ist offener als je zuvor, und Ronaldo hasst offene Jagden.

Die Zahlen? 23 Spiele, 23 Tore. Eine Quote, die für sich spricht, aber nicht mehr für sich allein steht. Um die 30er-Marke zu knacken – seine persönliche Benchmark – braucht er sieben Tore in sieben Runden. Plus AFC Champions League Two, plus mögliche Halbfinale. Ein enges Programm, das Knie und Nerven strapaziert.

Ronaldos erbe steht auf dem prüfstand

Ronaldos erbe steht auf dem prüfstand

Die Saudis haben ihn als Torfabrik eingekauft. Drei goldene Stiefel hinterher wirkt die vierte Ausgabe wie ein Selbstverständnis. Doch diesmal schleicht sich Alter in die Gleichung. Mit 39 Jahren ist jede Verletzung ein Vorschlaghammer, jeder Gegentreffer ein Warnschuss. Die Liga ist jünger geworden, die Stürmer schneller. Toney bringt Premier-League-Erfahrung, Quiñones südamerikanisches Temperament. Ronaldo bringt Erfahrung – und Druck.

Am Ende zählt nur eins: ob er am 7. Mai in Riad trifft und ob Al Hilal anschließend mit leeren Händen dasteht. Dann wäre die Krone wieder seine. Verliert er, könnte sie endgültig ins Museum wandern. Die nächsten Wochen entscheiden, ob Ronaldo in Saudi-Arabien Geschichte schreibt – oder nur noch von ihr erzählt.