Roma knackt den damm: milliarden-stadion für 2027 beschlossen

Um 13:55 Uhr schlug das römische Stadtparlament den letzten Nagel ein: Der Pietralata-Palast darf kommen. 60.605 Plätze, eine Südkurve für 23.000 Ultrà, ein Museum, zwei Parks – und ein Scheck über 1,047 Milliarden Euro aus der Kasse der Friedkin-Gruppe. Nach 14 Jahren Papierkrieg ist das Projekt jetzt unumkehrbar.

Bürgermeister Roberto Gualtieri sprach von einem „magnifico“ Plan, der die Stadt „neu erfindet“. Tatsächlich dürfte der Bau allein 3.500 Arbeitsplätze schaffen, dazu 80.000 Quadratmeter Grünfläche und eine U-Bahn-Station, die endlich den Matchday-Verkehr entschärft. Die erste Spatenstich-Aspirantin: die Europameisterschaft 2032 – ein K.o.-Kriterium für die italienische Bewerbung.

Der zeitplan ist knallhart

Sobald im Sommer die Conferenza dei Servizi grünes Licht gibt, rollen die Bagger. Die Friedkins haben sich verpflichtet, innerhalb von 36 Monaten Roms größte Baustelle fertigzustellen. Bedingung: keine römische Verzögerung. Die Vergangenheit lehrt Skepsis – vom neuen Florenz-Stadion bis zur San Siro-Sanierung platzte fast jedes italienische Großprojekt über Budget und Zeit. Doch diesmal sitzt eine US-Investmentmaschine am Hebel, die in Tampa Bay bereits bewies, wie schnell Stahl und Beton wachsen können.

Die Kurve wird zur Kathedrale. 23.000 Stehplätze – nur Borussia Dortmund und Galatasaray bieten mehr. Die Tribünen sind so steil, dass die Giallorossi künftig mit einer Akustik-Wand von 120 Dezibel operieren, laut Studie der Universität La Sapienza genug, um Gegner physischen Druck zu bescheren. Nebenan: ein 1.600 m² großes Rom-Museum, das nicht nur Meister-Trophäen zeigt, sondern auch die Geschichte der Curva Sud in 360-Grad-Kulissen.

Die rechnung geht auch ohne champions league auf

Die rechnung geht auch ohne champions league auf

Matchday-Erlöse steigen laut Club-Prognose von 35 auf 100 Millionen Euro pro Saison – selbst wenn Roma nur Conference-League spielt. Dazu kommen 45 Millionen aus Namensrechten (Gespräche laufen mit einem globalen Tech-Konzern) und 25 Millionen Events: NFL, Rugby, Konzerte. Die Schulden von 350 Millionen? Ab 2029 deklariert als „betriebswirtschaftlich tragbar“, sagt CFO Ryan Friedkin. Die Fans haben bereits 52.000 Dauerkarten-Optionen reserviert – ein Rekord, obwohl der erste Ball noch nicht rollt.

Rom bekommt ein Stadion, das nicht nur Spiele beherbergt, sondern den ganzen Stadtteil umbaut. Pietralata, bisher bekannt für soziale Brennpunkte, wird zur Teststufe einer neuen römischen Identität: Sport, Grün, Jobs. Die erste Steinlegung 2027 fällt mit dem 100-jährigen Club-Jubiläum zusammen – ein PR-Geschenk, das sich selbst der größte Roma-Kritiker nicht ausdenken könnte.