Rom rückt näher: stadion-ok steht unmittelbar bevor – bau 2027, einzug 2030
Morgen um 12 Uhr will die Römische Stadtverwaltung den technisch-wirtschaftlichen Machbarkeitsbericht zum neuen AS-Roma-Stadion in Pietralata absegnen. Ein einziger Beschluss, und die Bagger können 2027 anrollen – mit dem Ziel, dass die Giallorossi 2030 ihre erste Partie im eigenen Stadion bestreiten.
Der zeitplan ist knapp, der druck groß
Die Stadtverwaltung hat alle Vorprüfungen hinter sich: Bau-, Umwelt-, Verkehrs- und Sportausschuss stimmten einstimmig zu. Nun liegt der finale Durchlauf im Stadtparlament an. Roberto Gualtieri, Bürgermeister, bezeichnete das Projekt als „strategisch für die Stadt“ und koppelte es an die geplante Umbaumaßnahme des gesamten Pietralata-Quartiers. Die Region Latium, die Denkmalbehörde sowie Versorger wie Acea und Italgas warten bereits auf die formelle Einladung zur entscheidenden Konferenz, die bis zu vier Monate dauern kann.
Parallel präsentiert der Klub morgen seinen neuen Hauptpartner Eurobet.live. Die 3,5-Jahres-Vereinbarung bringt rund 50 Millionen Euro in die leeren Kassen und signalisiert: Die Roma will nicht nur bauen, sondern sich sportlich neu aufstellen. Die Kapazität des Stadions soll bei etwa 60.000 Zuschauern liegen, die Kosten werden auf 1,5 Milliarden Euro taxiert – eine Investition, die sich über Events, Gewerbeflächen und steigende Ticketpreise refinanzieren soll.

2032 Als geheimziel
Italia und Türkei bewerben sich gemeinsam um die EURO 2032. Rom will sich mit einem modernen Stadion in die Auswahlliste spielen. Die UEFA erwartet bis 2026 verbindliche Bauzusagen. Sollte die Stadt morgen grünes Licht geben, winkt ein Zeitfenster von nur neun Monaten, um die Konferenz abzuschließen und die erste Spatenstich-Feier zu organisieren. Die Fans haben bereits ein Datum im Kopf: 7. Juni 2027 – Gründungstag des Klubs vor 100 Jahren.
Doch nicht alle jubeln. Anwohnerinitiativen fürchten Verkehrsinfarkt und Gentrifizierung. Letzte Woche eskalierte ein Protest: Polizei und Aktivisten lieferten sich Rangeleien, als Bagger probehalber den Zaun des derzeit brachliegenden Geländes berührten. Stefano Cuccu, Sprecher des Bürgerkomitees Pietralata respira, droht mit Klage: „Wir lassen nicht zu, dass unser Viertel zur Spielwiese eines Milliardenkonzerns wird.“
Die Roma-Spieler selbst schalten sich aus der Politik heraus. Lorenzo Pellegrini sagt lapidar: „Wir Spielen überall, Hauptsache voll.“ Die Geschäftsführung um Ryan Friedkin schweigt zu Details, bestätigt aber: „Wir sind bereit, sobald die Stadt bereit ist.“
Die Entscheidung fällt morgen – mit bloßer Mehrheit. Sollte das Parlament zustimmen, ist der Weg frei für eine Mammutbaustelle, die Rom neu vermessen wird. 2030 könnte das erste Pflichtspiel steigen, vielleicht gegen Lazio – das Derby im eigenen Haus. Die Zahl, die bleibt: 1,5 Milliarden Euro für 90 Minuten Fußballglanz, alle 14 Tage. Die Rechnung ist aufgestellt, der Ball liegt jetzt im Parlament.
