Rolfes kontert hoeneß: schiri-kritik ist für ihn quatsch

Simon Rolfes lacht nur müde, als er am Montag auf Ulrich Hoeneß’ Schiedsrichter-Tirade angesprochen wird. „Nein, verstehe ich nicht. Und sehe ich auch nicht so“, sagt Leverkusens Sportchef knapp, bevor er in den Flieger nach London steigt. Die Wutrede des 74-jährigen Bayern-Ehrenpräsidenten nach dem 1:1 in der Allianz Arena sei ihm schlicht zu hysterisch gewesen.

Bei genauem Hinsehen entlarvt Rolfes die Attacke als Ablenkungsmanöver. „Es gab mit Sicherheit Situationen, die durch den Videoschiedsrichter überprüft worden sind, wo ein bisschen Unterbrechung war“, räumt er ein. Doch das sei normal. „Ansonsten hat der Schiedsrichter das Spiel laufen lassen, es gab Spielfluss, es gab Torraumszenen, es gab Zweikämpfe auf dem Platz“. Kurz: Das Gegenteil von dem, was Hoeneß nach zwei Roten gegen die Bayern als „schlechteste Leistung eines Schiedsrichter-Teams, die ich je bei einem Bundesligaspiel erlebt habe“ brandmarkte.

„Ich hab schon ganz andere spiele erlebt“

„Ich hab schon ganz andere spiele erlebt“

Rolfes schmunzelt, als er an seine eigene Laufbahn denkt. „Da habe ich schon ganz andere Spiele erlebt, obwohl ich ein bisschen jünger bin“, sagt der 44-Jährige mit einem Seitenhieb auf Hoeneß’ Alter. Gemeint sind jene Bundesliga-Partien, in denen Schiri-Fehler tatsächlich die komplette Dramaturgie zerlegten – nicht wie am Samstag, wo der Videoschiedsrichter korrekt eingriff und Díaz wegen Notbremse Rot sah.

Der Einspruch der Münchner gegen die Gelb-Rote Karte interessiert Bayer kaum. Während Hoeneß und Co. weiter Dampf ablassen, hat Rolfes andere Sorgen: morgen Abend wartet Arsenal im Champions-League-Viertelfinale. „Wir bereiten uns auf Fußball vor, nicht auf Schiedsrichtertheater“, erklärt er und verschwindet in der Kabine. Die Fakten liegen auf dem Tisch: zwei Platzverweise, beide nach VAR-Check korrekt – und trotzdem behauptet ein Vereinsboss, das Unparteiischen-Gespann um Christian Dingert habe versagt. Rolfes hat nur noch einen Rat: „Manchmal hilft ein Blick aufs Protokoll statt auf die Glaskugel“.