Roland zündet trier-angriff: gladiators fegen hamburg mit 101:92 weg

Die Gladiators Trier sind zurück im Play-off-Kurs – und wie! Mit einem Offensiv-Feuerwerk von 101 Punkten schickten sie die Veolia Towers Hamburg am Mittwochabend mit 101:92 nach Hause. Der Funke sprang sofort über: Jordan Roland traf fünf Dreier in neun Minuten, die Arena kochte, und Nolan Adekunle bilanzierte spitz: „Wir haben gezeigt, wofür wir stehen.“

Verletzungen, ebay-schuhe und der tiefste dreier der saison

Doch hinter dem Spektakel steckt ein Krisenkabinett. Schon beim Warm-up verabschiedete sich Hamburg-Center Martin Breuning mit Oberschenkelproblemen in die Kabine – drei Tage, nachdem er bis 2028 verlängerte. Für Trier knickte Aufbauspieler Steven Ashworth im zweiten Viertel um, musste abgestützt werden. Beide Teams spielten fortan ohne Lebensversicherung unter dem Korb.

Die Antwort auf personellen Notstand lieferte Trier aus der Dreierlinie. 61 Prozent Trefferquote (11/18) zur Pause – so heiß war kein Gladiator-Kessel seit Jahren. LJ Thorpe setzte den Höhepunkt: Mit der Sirene des dritten Viertels schleuderte er aus 20 Metern den tiefsten Dreier dieser Bundesliga-Saison zum 74:76-Zwischenstand. Hamburg schüttelte nur den Kopf.

Abseits des Parketts sorgte Marco Hollersbacher für die skurrilste Geschichte. Der 2,02-Meter-Forward hatte sich vor dem Spiel neue Kobe-5-Schuhe in Übergröße 50,5 über Ebay Kleinanzeigen besorgt – und damit sieben Rebounds geholt. „Wenn der Marktplatz zum Matchwinner wird“, kommentierte Dyn-Experte Christoph Knieper trocken.

Hamburg rutscht tiefer in den strudel

Hamburg rutscht tiefer in den strudel

Für Hamburg ist die Lage nach der Niederlage noch prekärer. Durch die gleichzeitige Pleite der EWE Baskets Oldenburg gegen Jena rutschen die Towers auf Rang 15 ab – Abstiegsrang zwei. Kenneth Ogbe sprach offen Tacheles: „Unsere Eins-gegen-eins-Verteidigung war ein Sieb. Sie liefen frei zum Korb, wir rotierten wie ein Karussell. So bekommen sie offene Dreier nach Wunsch.“

Der Showdown folgt schon am Sonntag im eigenen Haus. „Das Spiel brennt in unseren Köpfen“, sagte Ogbe. Für Trier heißt es: Feiern verboten, denn die Serie ist noch längst nicht vorbei. Die Gladiators haben den Play-off-Zug gestern Abend wieder betreten – ob sie drinbleiben, entscheidet sich in den nächsten 96 Stunden.