Roland garros: sabalenka und osaka setzen neue mode-akzente!
Paris erstrahlt nicht nur in sportlichem Glanz, sondern auch in einem Feuerwerk an modischen Statements. Aryna Sabalenka und Naomi Osaka haben bei den diesjährigen French Open bewiesen, dass Tennis mehr ist als nur Spiel und Satz – es ist eine Leinwand für persönliche Ausdrucksweise und einen neuen Trend.

Diamanten, paillettenbesetzte kleider und die neue ära des tennis-looks
Die Weltnummer 1, Aryna Sabalenka, sorgte bereits vor Turnierbeginn für Aufsehen, als sie einen luxuriösen Diamantcollier präsentierte. Auf die Kritik, ob solch auffällige Accessoires zum sportlichen Wettbewerb passen, entgegnete sie selbstbewusst: „Für mich ist es wichtig, mich gut zu fühlen. Und wenn ich mich gut fühle, spiele ich besser.“ Diese Aussage unterstreicht einen wachsenden Trend: Spielerinnen nutzen Mode, um ihre Persönlichkeit zu betonen und ihre Leistung zu steigern. Sabalenka, die im vergangenen Jahr das Finale erreichte, plant ihre Accessoires sorgfältig, um sie perfekt auf ihre Spielkleidung abzustimmen.
Doch während Sabalenka mit funkelndem Schmuck glänzte, übertraf Naomi Osaka alles bisher Dagewesene. Die viermalige Grand-Slam-Siegerin kehrte nach einer Pause auf den Platz zurück und präsentierte gleich zwei atemberaubende Looks, die von der Haute Couture inspiriert sind. Ihr Debüt auf dem Court Suzanne-Lenglen war geprägt von einem schwarzen Korsett und einem langen, plissierten Rock, unter dem sich ein leuchtend goldenes Kleid von Kevin Germanier verbarg, einem Designer, der für seine nachhaltigen Kreationen aus recycelten Materialien bekannt ist.
Zwei Tage später, im Duell gegen Donna Verić, setzte Osaka noch einen drauf: Ein wallender, beige-farbener Tüllschleier und ein Paillettenbluse in Gold, die an den Glanz des Eiffelturms erinnerte, machten ihren Auftritt zu einem wahren Kunstwerk. „Ich fühle mich ein bisschen wie der Eiffelturm, wenn er nachts funkelt“, scherzte die Japanerin, die mittlerweile die Nummer 60 der Welt ist. Für Osaka ist Mode längst zu einem integralen Bestandteil ihrer Identität geworden, sowohl auf als auch abseits des Platzes.
Die Inspiration für ihre extravaganten Looks findet Osaka unter anderem bei den Pionierinnen Serena und Venus Williams, die bereits vor Jahren bewiesen haben, wie Tennisbekleidung zu einem kreativen und kulturellen Ausdrucksmittel werden kann. „Ich bin mit den spektakulären Entrees von Serena und Venus aufgewachsen. Ich finde, dass der Tennissport etwas von dieser Kreativität verloren hat“, so Osaka.
Es ist kein Zufall, dass sowohl Osaka als auch die Williams-Schwestern in der aktuellen Sonderausstellung „Sie stürmen das Netz“ im Roland-Garros-Museum einen prominenten Platz einnehmen. Die Ausstellung beleuchtet die Errungenschaften der Frauen im Sport und zeigt, wie sich die Tennisbekleidung im Laufe der Zeit von schweren, korsettartigen Kleidern zu den futuristischen und selbstbewussten Designs von heute entwickelt hat.
Der Durchbruch kam in den 1920er Jahren mit Suzanne Lenglen und den revolutionären Entwürfen von Jean Patou, die den Korsett abschafften, die Röcke verkürzten und die Bewegungsfreiheit auf dem Platz verbesserten. Jahrzehnte später, in den 1960er Jahren, revolutionierte Ted Tinling mit seinen kühnen Designs für Spielerinnen wie Gussie Moran die Ästhetik des Tennissports, indem er die Röcke drastisch verkürzte und Farbe und Showeffekte einführte.
Die 1980er Jahre wurden von Chris Evert geprägt, die für ihre elegante und funktionale Kleidung stand, während Steffi Graf in den 1990er Jahren mit synthetischen Stoffen und zweiteiligen Outfits für Effizienz und sportliche Leistung stand. Das 21. Jahrhundert verschwamm die Grenzen zwischen Sport, Mode und Popkultur immer weiter. Serena Williams machte ihren athletischen Körper zu einer ästhetischen und politischen Aussage, unterstützt von Designern wie Virgil Abloh, während Venus Williams ihre eigene Sportbekleidungsmarke, EleVen, gründete. Naomi Osaka tritt nun als natürliche Erbin dieser kulturellen Revolution auf. Ihre Outfits sind mehr als nur Sportbekleidung – sie sind visuelle Erzählungen, Identitätsmarker und Kunstwerke, die beweisen, dass in Roland Garros das Spiel längst nicht mehr nur mit dem Schläger stattfindet.
