Rohr attackiert caf: afrika-cup-final-farce verschärft glaubwükrise
Der Afrika-Cup ist seit 57 Tagen vorbei – und fällt jetzt doch um. Marokko wird nachträglich zum Champion erklärt, Senegal um den Titel betrogen. Gernot Rohr, 72, Benins Nationaltrainer und Mannheimer Urgestein, schlägt mit deutlichen Worten zurück: „Das ist fast unmenschlich.“
Schiedsrichter hätte abpfiffen müssen
Rohrs Fassungslosigkeit gilt vor allem dem Unparteiischen, der das Spiel nach der 20-minütigen Unterbrechung weiterschelten ließ. „Wenn eine Mannschaft länger weg ist, muss Schluss sein. Punkt.“ Die Entscheidung der CAF, das 1:0 aus Nachspielzeit zu annullieren und den Pokar nachträglich an Marokko zu vergeben, empfindet er als Eingeständnis der Inkompetenz. „Sie wissen, dass sie während des Finals versagt haben – und korrigieren sich jetzt auf dem Rücken der Spieler.“
Die Folge: Senegals Kader erlebt ein emotionales Déjà-vu. Sie feierten, schwammen im Jubel, trugen den Präsidenten auf Händen – und müssen nun T-Shirts mit „Vize-Meister“ in den Schrank legen. „Stell dir vor, du darfst zwei Monate von deinem Lebenstraum träumen, dann kommt ein Fax und alles ist weg“, sagt Rohr. „Das nagt an der Seele und an der Glaubwürdigkeit afrikanischen Fußballs.“

Caf verliert letzte rest autorität
Der Confédération Africaine de Football droht eine Glaubwükrise, die über diesen Fall hinausreicht. Schiedsrichter, die Regeln nicht konsequent umsetzen, und eine Exekutive, die nachträglich eingreift, verwandeln Wettbewerbe in Schlagzeilen-Matritzen. Sponsoren ziehen sich zurück, TV-Gelder sinken, die Fans verlieren das Vertrauen. „So etwas darf sich nicht wiederholen, sonst schafft sich der Kontinentalverband ab“, warnt Rohr.
Für ihn persönlich wird die Affäre zur Zäsur. Mit Benin war er im Achtelfinale an Ägypten gescheitert, nun steht sein Name plötzlich mitten in einem Machtkampf, den er nicht gesucht hat. „Ich bin hier, um Fußball zu lehren, nicht um Gutachten über die CAF zu schreiben. Aber Schweigen wäre Verrat an den Spielern.“
Fakt: Die Statuten der CAF sehen keine klare Regel für den Fall vor, dass eine Mannschaft das Feld verlässt und später zurückkehrt. Ein Schlupfloch, das jetzt ein ganzes Land ausbaden muss. Die nächsten Wochen dürften vor den Kadi gehen, doch ein Gericht kann verlorene Emotionen nicht rückgängig machen. Der Afrika-Cup 2025 ist Geschichte – und doch noch längst nicht zu Ende.
