Roglics abschiedstournee: podestplatz in der itzulia im visier?
Primoz Roglic fährt seine vermutlich letzte Saison als Profi, und die Itzulia Aresti präsentiert sich als eine überraschend vielversprechende Bühne für den Routinier. Nach seinen Siegen in den Jahren 2018 und 2021 scheint das erneute Tragen des Gelben Trikots zwar unerreichbar, doch der Slowene hat sich im Klassement auf den zweiten Platz vorgekämpft und könnte seine Karriere mit einem Podestplatz krönen.

Ein team im aufbruch: red bull-bora setzt auf roglic
Der Abstand zum Führenden, dem Franzosen Paul Seixas, beträgt lediglich weniger als zwei Minuten – eine respektable Leistung in einer anspruchsvollen Rundfahrt. Hinter Roglic lauert sein Teamkollege Florian Lipowitz, der nur neun Sekunden Rückstand aufweist. Das Red Bull-Bora Team hat klare Anweisungen erhalten: Die Positionen in der Gesamtwertung zu verteidigen und auf einen möglichen Einbruch von Seixas zu spekulieren. Die Strategie ist offensichtlich: Roglic und Lipowitz sollen gemeinsam Druck ausüben und die Chancen nutzen, die sich bieten.
Die vierte Etappe am Donnerstag verspricht mit ihren nahezu aneinandergereihten Anstiegen eine neue Zerreißprobe. Die letzten sechzig Kilometer könnten den Unterschied ausmachen, denn ein Fehlpositionierung oder ein Moment der Erschöpfung können hier verheerende Folgen haben. Doch Roglic scheint genau dafür geschaffen zu sein. Er fühlt sich in den baskischen Bergen sichtlich wohl und genießt den frenetischen Applaus der Fans – ein Gefühl, das er in den kommenden Rennen zwischen Romandie und der Vuelta wohl vermissen wird.
Roglics Abschied vom Rennsport ist kein Geheimnis mehr. In einem Interview mit slowenischem Fernsehen gab er an, dass er seine Saison verkürzen und mehr Zeit mit seiner Familie verbringen möchte. “Ich werde zwischen Romandie und der Vuelta keine Rennen fahren. Ich möchte etwas mehr Zeit zu Hause verbringen, ich war lange nicht dort und möchte mehr Zeit mit meiner Familie verbringen”, erklärte der erfahrene Fahrer. Sein Fokus liegt nun auf der Vuelta, die er bereits viermal gewonnen hat und bei der er Roberto Heras als Rekordhalter übertreffen könnte.
Die Itzulia Aresti präsentiert somit ein faszinierendes Duell zweier unterschiedlicher Radsportler: Roglic, der seine Karriere spät begann, nachdem er als Jugendlicher im Skispringen erfolgreich war, trifft auf Seixas, der mit dem Radfahren aufgewachsen ist und bereits als Jugendlicher in Frankreich in Straße und Querfeldein glänzte. Roglics professionelle Laufbahn, die von einer verpassten Skisprung-Karriere und einer schweren Verletzung geprägt ist, steht im Kontrast zu Seixas' kontinuierlichem Aufstieg durch die Jugendkategorien. Die Entscheidung über den Gesamtsieg wird sich zweifellos in den anspruchsvollen Bergen des Baskenlandes zeigen.
Die Fans entlang der Strecke spüren, dass sie Zeugen eines historischen Moments werden könnten. Roglics Abschiedstournee könnte mit einem würdevollen Podestplatz in der Itzulia Aresti enden – ein Abschied, der in Erinnerung bleiben wird.
