Rodellangläufer bekommen fixplan bis 2030: keine strecke mehr im dunkeln

Die Strecken stehen fest, die Termine auch. Wer bis 2030 auf dem Einsitzer sitzt, weiß jetzt, wann und wo er ran muss. Der FIL veröffentlichte am Mittwoch den kompletten Wettkampfkalender bis zu den Spielen in den französischen Alpen – ein Vier-Jahres-Dokument, das selbst Olympia-Boss Thomas Bach selten so knallhart serviert bekommt.

Einars fogelis setzt auf plan statt pannen

FIL-Präsident Einars Fogelis nennt das Papier ein „Signal für Stabilität, Transparenz und Verlässlichkeit“. Dahinter steckt die Erkenntnis, dass Rodler, Veranstalter und TV-Partner seit Jahren mit Kurzfrist-Absagen, Tauwetter und Corona-Brüchen jonglierten. Die Lösung: alles fixieren, nichts offen lassen. Los geht es Ende November in Winterberg, dem Klassiker, der sich nie als Kulisse verweigert hat. Danach geht’s nach Pyeongchang und Yanqing – zurück auf die Olympiabahnen von 2018 und 2022, die viele Athleten wegen fehlender Testfahrten nur aus Erzählungen kennen.

Die Krönung folgt im Februar 2027: die WM in Innsbruck-Igls. Dort, wo 1964 Olympia war, soll die neue Eisgeneration sich zeigen. Ob die Bahn bis dahin steht, ist offen. Hinter den Kulissen schieben Bauverzögerungen und technische Pannen den Zeitplan vor sich her. Gleiches gilt für den Königssee 2028: die Traditionsstrecke wird komplett neu gebaut, doch die Bagger stehen noch. Wer dort Weltmeister werden will, muss auf Beton und Wasser vertrauen, die es noch gar nicht gibt.

Cortina, st. moritz und die ewige frage nach dem eis

Sicher hingegen sind drei Weltcup-Ausfahrten in Cortina d’Ampezzo. Die italienische Bahn, 2026 Schauplatz der olympischen Rodelwettbewerbe, bleibt bis 2030 im Programm. Eine Konstante in einem Plan voller Unwägbarkeiten. Für Max Langenhan, Olympiasieger und aktuell dominierender Kraft im Herren-Einsitzer, bedeutet das: vier Jahre Planung, keine Ausreden mehr. Wer trainiert, weiß, wohin die Kufen zeigen. Wer zögert, fliegt raus.

Die Zahren sprechen eine klare Sprache: 16 Weltcup-Stations, zwei WM-Events, eine Olympiade – alles terminiert, nichts versteckt. Fogelis will den Sport aus der Defensive holen. Keine Druckerpresse mehr, die Termine wochenlang verschiebt, sondern ein Brett, auf das sich alle verlassen können. Ob die Bahnen mithalten, entscheidet sich jetzt auf den Baustellen, nicht mehr im Büro.

Für Fans und Sponsoren bedeutet das: Tickets kann man jetzt buchen, Kamerateams planen Drehtage, Hotels blockieren Zimmer. Der Rest ist Eis, Sport und der alte Kampf gegen die Uhr. Bis 2030. Punkt.