Roddick feuert sinner-kritiker ab: "schaut doch richtig hin!"

Madrid – Jannik Sinner hat das Masters in Madrid dominiert, Alexander Zverev demütigend geschlagen und damit seine Weltranglistenführung gefestigt. Doch statt nur Lob zu ernten, gab es auch Kritik am Spielstil des jungen Italieners. Andy Roddick, ehemaliger US-Open-Champion, lässt das nicht auf sich sitzen und schießt scharf gegen die Kritiker zurück.

Ein blick genügt: roddick verteidigt sinner

Ein blick genügt: roddick verteidigt sinner

„Wenn jemand sagt, Sinner sei langweilig, dann schaut er nicht richtig hin“, polterte Roddick im Podcast „Served“. Seine Worte sind ein deutliches Statement angesichts der Diskussionen, die Sinners souveräner, aber oft als wenig spektakulär empfundenen Spielstil ausgelöst haben. Zverev erlebte im Finale eine Lehrstunde, die das Talent und die Konstanz Sinners unmissverständlich unter Beweis stellte – ein 6:1, 6:2 Kanterwürgen.

Roddick analysiert: Mehr als nur ein Talent. Es geht nicht nur darum, dass Sinner jung und erfolgreich ist. „Er ist jetzt ein kompletterer Spieler als im September“, betonte der ehemalige Tennisprofi. Besonders sein Aufschlag habe sich deutlich verbessert: „Präziser, öfter und kaum noch zu lesen für seine Gegner.“ Die Arbeit mit Trainern Simone Vagnozzi und Darren Cahill zahlt sichtlich Früchte.

Die Entwicklung des Südtirolers ist beeindruckend. „Wenn ich mich daran erinnere, wie Sinner vor vier Jahren spielte und ihn jetzt sehe, ist der Unterschied enorm“, so Roddick. Er habe von den Besten gelernt, „die Ballverteilung von Djokovic, die Stoppbälle von Alcaraz – das ist absurd.“ Ein Lob, das die außergewöhnliche Lernfähigkeit und Anpassungsfähigkeit Sinners unterstreicht.

Rafael Nadal, der selbst im Tennisgeschäft ein Schwergewicht ist, urteilte nach Sinners Sieg über Arthur Fils: „Sinner hat ihn regelrecht demontiert.“ Er erkenne stets die Schwächen seiner Gegner und passe sein Spiel entsprechend an. Fils wurde in einem endlosen Rückhandduell an die Wand gespielt, während Zverev mit überraschenden Richtungsänderungen aus dem Konzept gebracht wurde. Sinner wirke oft „immun gegen äußere Einwirkungen“, ein Zeichen seiner mentalen Stärke und Fitness.

Rom als nächste Herausforderung: Sinner als klarer Favorit. Für das Masters in Rom sieht Roddick Sinner erneut als den Mann, den es zu schlagen gilt. „Ich sehe nicht, wie jemand ihn aufhalten soll“, so der Ex-Profi. Ein sechster Sieg in Serie wäre ein weiterer Rekord für den 24-Jährigen und würde seine Position an der Spitze des Weltennis weiter festigen. Die Frage ist nicht, ob Sinner in Rom gewinnt, sondern wie deutlich er seine Gegner schlagen wird.