Robertson ballert liverpool ins viertelfinale – und vielleicht raus aus dem klub
Ein Linksschuss aus 18 Metern, die Kugel pfeilt ins rechte Eck, Molineux Stadium verstummt für eine Sekunde – dann brüllt ein Schotte den FA Cup wach. Andy Robertson, 31, der Mann, der seit Monaten auf der Bank gammelt, schießt Liverpool mit einem Treffer, den er selbst als „selten“ bezeichnet, ins Viertelfinale. Aber hinter dem 3:1 bei Wolves steckt mehr als ein Tor. Es ist die Momentaufnahme eines Abschieds, der keiner sein wollte.
Der ewige robbo ist plötzlich ersatzmann
1450 Minuten. So wenig Spielzeit hatte Robertson seit seinem Wechsel 2017 nie. Milos Kerkez, 21, Sommerzugang, mit 2509 Minuten Dauerbrenner. Die Logik des Profifußballs: Jünger, schneller, teurer. Slot setzt auf Zukunft, nicht auf Erinnerung. Robertson sitzt, schweigt, arbeitet. Kein Groll, sagt er. „Der Verein muss sich weiterentwickeln“, zitiert ESPN ihn. Klartext: Er weiß, dass seine Ära endet. Januar war Tottenham heiß, Slot legte ein Veto ein – nicht aus Sentimentalität, sondern weil er noch nicht bereit ist, auf Erfahrung zu verzichten.
Gegen Wolves liefert der Schotte die Quittung. 51. Minute: Er zieht aus der zweiten Reihe ab, trifft, lacht. 53. Minute: Flanke auf Salah, 2:0. Die alte Routine, die einst ihn zum besten Linksverteidiger der Welt machte, blitzt auf – für einen Abend. Dann wieder: Bank, Jacke, Zukunft offen.

Vertrag läuft aus – klub schweigt
Ende Juni ist Schluss. Keine Gespräche über eine Verlängerung, kein Angebot auf dem Tisch. Liverpool schaut nach vorn, nicht zurück. Robertson selbst wirkt, als hätte er den Abschied längst verdaut. „Ich bin mir nicht sicher, ob ich in einem Liverpool-Trikot noch etwas beweisen muss“, sagt er. Die Fans wissen, was sie an ihm hatten. Die Frage ist nur: Wie lange dürfen sie ihn noch sehen? Das Viertelfinale rückt näher, der Countdown läuft. Ein Tor, eine Vorlage, vielleicht ein letzter Auftritt – bevor der Klub, den er neun Jahre lang prägte, ihn ziehen lässt.
