Rinast packt aus: warum frauen am mikrofon mehr gehör finden müssen!

Rachel Rinast, ehemalige Schweizer Nationalspielerin und aufstrebende Fußballkommentatorin, spricht im neuen Podcast „Sportschau F“ offen über Sexismus, Vorurteile und ihre Mission, mehr Frauen in den Kommentatorberuf zu bringen. Ein Gespräch, das die Sportwelt aufrollen könnte.

Der weg zum mikrofon: von bad segeberg zum bundesliga-kommentator

Die Geschichte von Rachel Rinast liest sich wie ein inspirierendes Lehrbuch für junge Sportlerinnen. Geboren in Bad Segeberg, entdeckte sie ihre Leidenschaft für den Fußball schon im Kindergartenalter – eine Leidenschaft, die zunächst jenseits von Familienangehörigen lag, denn weder ihre Eltern waren fußballaffin. Statt Idol-Postern im Kinderzimmer zierte ein Eminem-Poster die Wand, doch der Ball zog sie unweigerlich auf den Platz. Zuerst bei den Jungs, später bei den Mädchen. „Der Wechsel war ein Kulturschock, aber ich habe schnell gemerkt, dass es tolle Mädels gibt“, erinnert sie sich.

Nach Stationen beim 1. FC Köln, Bayer Leverkusen, Freiburg und weiteren Vereinen im In- und Ausland, wurde Rinast zu einer gefragten Kommentatorin. Besonders in der Schweiz machte sie als erste Frau, die regelmäßig Männerfußball kommentierte, Geschichte. Die Reaktionen waren vielfältig, oft auch abwertend. „Ich kann keine Frauenstimme hören“, war eine der vielen Äußerungen, die sie erlebt hat. Doch Rinast ließ sich nicht entmutigen. Im Gegenteil: Sie nutzte die Bühne, um zu zeigen, dass Fußballkommentierung nichts von Geschlecht abhängt – sondern von Expertise und Leidenschaft.

Sexismus am mikrofon: „ich denke nicht ans versagen“

Sexismus am mikrofon: „ich denke nicht ans versagen“

Im Podcast „Sportschau F“ spricht Rinast offen über die Herausforderungen, mit denen sie als Frau in der männerdominierten Sportwelt konfrontiert ist. Sie erzählt von Sexismus, Vorurteilen und der ständigen Notwendigkeit, sich beweisen zu müssen. „Ich denke nicht ans Versagen“, sagt sie entschlossen. „Du kannst nur wissen, was zu dir passt, wenn du es ausprobierst.“

Ihre Worte sind ein Appell an junge Mädchen, ihre Träume zu verfolgen und sich nicht von gesellschaftlichen Erwartungen einschränken zu lassen. „Habt keine Angst vor dem Ausprobieren“, ermutigt sie. „Manchmal führen Umwege zum Ziel.“

Die Erfahrung, dass nicht jede Kabine ein Wohlfühlort ist und Teams auch scheitern können, weil Gruppendynamiken nicht passen, prägt Rinasts Sichtweise. Für sie steht das Individuum im Vordergrund. „Wenn sich die Individuen wohlfühlen, dann ist das Team unschlagbar“, betont sie. Ein Motto, das sie auch als Kommentatorin hochhält.

Mit Auftritten in der englischen Premier League und ab der kommenden Saison auch in der 2. Bundesliga beweist Rachel Rinast, dass ihre Stimme nicht nur gehört, sondern auch geschätzt wird. Die Zahl der Frauen am Mikrofon nimmt zu – ein Zeichen dafür, dass sich die Sportwelt langsam, aber stetig wandelt. Und das ist gut so. Denn vielseitige Perspektiven machen den Sport noch spannender und authentischer.