Riethmüller lässt aspenes verzweifeln: dsv-jubel im schneegestöber von lake placid

60 Schuss, 59 Treffer, ein Sieg, der wehtut. Danilo Riethmüller hat in Lake Placid nicht einfach nur gewonnen – er hat dem IBU-Cup eine Lektion in Souveränität erteilt und dem Norweger Sverre Dahlen Aspenes die Luft bis zur Zielgerade geraubt.

Riethmüllers solo beginnt auf der matte

Die Verfolgung über 12,5 km begann mit 11,2 Sekunden Rückstand, doch schon nach dem ersten Schießen war die Bahn frei. Ein einziger Fehler, dann zog der 26-jährige Thüringer die Zügel an. Was folgte, war kein Rennen mehr, sondern eine Privatvorstellung. 1:04 Minuten betrug der Vorsprung auf Ole Suhrke – eine Ewigkeit im Biathlon, wo Sekunden über Sieg und Niederlage entscheiden.

Hinter ihm lief Franz Schaser mit drei Strafrunden noch auf Rang vier. Klingt nach Defizit, ist aber ein Sprung von Platz 17. Der 23-jährige Oberbayern ist in der Gesamtwertung nur Elfter, doch diese Vorstellung dürfte seine Chancen auf einen Weltcup-Stammplatz neu entfachen. Das DSV-Lager jubelt trotzdem: Simon Kaiser (13.), Geburtstagskind Roman Rees (14.) und Fabian Kaskel (21.) komplettieren die deutsche Bandbreite – vom Youngster bis zum Routinier.

Aspenes versinkt im schneegestöber

Aspenes versinkt im schneegestöber

Der Norweger, der noch als Sprint-Sieger in die Loipe gestartet war, kollabierte am Schießstand. Acht Fehler – das ist keine Panne, das ist ein Systemzusammenbruch. Dahinter wird klar: Der IBU-Cup ist kein Trostwettbewerb, sondern ein Schmelztiegel. Wer hier nicht trifft, fliegt raus – selbst wenn man vorher siegreich durch die Gegend glitt.

Riethmüller selbst blieb cool. „Ich wusste, dass Aspenes unter Druck steht“, sagte er nach dem Rennen, „mein Plan war, sauber zu schießen und dann das Tempo hochzuschrauben.“ Genau das tat er. Mit jedem Kilometer wuchs die Lücke, mit jedem Schuss das Selbstvertrauen. Der ehemalige Staffel-Weltmeister von 2023 feierte damit seinen ersten Einzel-Sieg seit zwei Jahren – und liefert dem DSV ein Argument mehr, ihn für die kommenden Weltcup-Stationen aufzubieten.

Bis zum 7. März bleibt Lake Placid Schauplatz. Dann entscheidet sich in Single-Mixed, Mixed-Staffel und Massenstart, wer den Saisonendspurt mitnimmt – und wer sich auf den Sommer vorbereiten muss. Riethmüller hat seine Visitenkarte abgegeben. Der Rest der Truppe sollte zuhören.