Riera-explosion bei eintracht frankfurt: krösche widerspricht nur einmal
Die Luft in Frankfurt ist alles andere als rein. Nur einen Tag, nachdem Albert Riera mit einer beispiellosen, sechsminütigen Pressekonferenz für Aufsehen gesorgt hatte, meldete sich nun Eintracht-Geschäftsführer Markus Krösche zu Wort – und relativierte die heftigen Vorwürfe des Trainers, wobei er ihm lediglich in einem Punkt nicht zustimmte. Ein Machtkampf, der die Frankfurter Fußballwelt in seinen Bann zieht.
Die „wutrede“? krösche sieht das anders
Die Wortwahl von Riera, der am Freitag minutenlang die Medienattacken scharf verurteilt und gar einen Journalisten aufforderte, den Verein zu verlassen, wenn er ihn nicht liebe, sorgte für heftige Diskussionen. Krösche, der den Spanier im Januar als Nachfolger von Dino Toppmöller präsentierte, bezeichnete die Tirade keineswegs als „Wutrede“. „Ich fand, das war keine Wutrede“, erklärte Krösche vor dem Heimspiel gegen den Hamburger SV. „Am Ende hat er das gesagt, was in seinem Herzen war und ihn gestört hat. Wenn wir die Fakten betrachten, hat er gar nicht so viele schwierige Dinge gesagt.“
Ein besonders brisanter Moment war Rieras Anschuldigung, Journalisten seien nicht mit dem Herzen beim Verein. Krösche räumte ein, dass diese Äußerung „in dem Moment nicht unbedingt glücklich“ gewesen sei, nahm Riera aber in Schutz: „Aber es war auch nicht unbedingt böse.“ Die Frage, ob Riera auch über den Sommer hinaus das Ruder bei der Eintracht übernehmen würde, beantwortete Krösche mit einem bezeichnenden Lächeln und der Gegenfrage: „Warum denn nicht?“

Burkardt im fokus: vom bankdrücker zum hoffnungsträger
Auslöser für Rieras emotionalen Ausbruch war ein Bericht über Spannungen zwischen dem Coach und Stürmer Jonathan Burkardt, verbunden mit dem Gerücht über vermeintlich zu hohe Körperfettwerte des Angreifers. Krösche äußerte sich zu diesem Thema zwar nicht direkt, bestätigte aber indirekt die Existenz von Kritikpunkten: „Natürlich ist es so, dass auch ein Trainer die Möglichkeit hat, kritisch gegenüber Spielern zu sein.“ Burkardt, der aufgrund der Berichte zuletzt nur in den Schlussminuten eingesetzt worden war, stand gegen den HSV wieder in der Startelf. Riera lobte die Reaktion des Spielers und betonte, dass Leistung und Einsatzbereitschaft entscheidend seien: „Die Spieler wissen: Wer nicht 100 Prozent für dieses Trikot gibt, kann bei mir nicht spielen.“
Die Situation bei Eintracht Frankfurt bleibt angespannt. Während Krösche versucht, die Lage zu überschauen und Riera den Rücken freizuhalten, bleibt abzuwarten, ob die Mannschaft unter dem Druck der Umstände ihre Leistung wieder steigern kann. Die nächste Aufgabe: Der Kampf gegen den Abstieg. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob Rieras Führungsstil und Krösches Vertrauen in ihn die Eintracht vor dem Chaos bewahren können.
