Reul und schuster ziehen die kostenkeule: klubs sollen millionen-blutzoll zahlen

Herbert Reul und Armin Schuster haben den Fußball fest im Griff – und das nicht nur auf dem Rasen. Die Innenminister von NRW und Sachsen fordern in einem Interview mit dem kicker, dass Vereine künftig für Polizeieinsätze bei Hochrisikospielen zahlen sollen. Die Rechnung: Millionen pro Saison. Die Botschaft: Wer Randale produziert, soll auch die Kasse öffnen.

Die drohung dahinter ist klar

„Wir werden nicht ewig die Gewalt der wenigen mit den Steuern der Vielen finanzieren“, sagt Reul mit dem kalten Ton eines Mannes, der weiß, dass er die Macht hat, ganze Ligen zu treffen. Schuster ergänzt: „Die Vereine müssen endlich Verantwortung übernehmen.“ Gemeint sind BVB, RB Leipzig, Union Berlin – alle Klubs, bei deren Spielen Hunderte Beamte im Einsatz sind. Die Kosten: bis zu 500.000 Euro pro Topspiel. Addiert über eine Saison, entsteht ein Zahlenberg, der Vereine in den Ruin treiben könnte.

Der DFB und die DFL reagieren mit Standardphrasen. Man arbeite „intensiv an Präventionskonzepten“. Doch das reicht den Ministern nicht. Sie verlangen konkrete Maßnahmen: schnellere Stadionverbote, härtere Strafen für Pyrotechnik, ein bundesweites Hooligan-Register. Und sie stellen klar: Wer sich weigert, wird zur Kasse gebeten.

Die klubs sind in zugzwang

Die klubs sind in zugzwang

Bayern München und Co. könnten künftig nicht nur für Transfermillionen bluten, sondern auch für Polizeipferde. Die Angst vor einem Präzedenzfall ist groß. Erste Berater kalkulieren bereits mit zwei bis fünf Millionen Euro zusätzlichen Kosten pro Jahr für Topklubs. Der 1. FC Köln beispielsweise hatte 2023 bei Derbyspielen gegen Gladbach Kosten von über 800.000 Euro für Polizeieinsätze – bezahlt von der Allgemeinheit.

Doch es gibt auch Gegenstimmen. „Wir sind keine Sicherheitsdienstleister“, sagt ein Bundesliga-Manager anonym. „Fußball ist Kulturgut, nicht Gefahrenquelle.“ Die Frage ist nur: Wie lange kann sich die Liga dieser Logik noch verschließen? Die Politik hat die Macht, die Spielpläne zu leeren – und die Kassen.

Die Uhr tickt. Die Innenministerkonferenz im Dezember gab den Vereinen ein Ultimatum: Bis Sommer 2024 muss eine Lösung stehen. Sonst wird die Rechnung fällig. Und sie wird nicht klein sein. Die Gewinner dieses Poker sind noch nicht klar. Die Verlierer schon jetzt: die Fans, die für das Verhalten weniger Chaoten bestraft werden – und die Klubs, die am Ende zweimal zahlen: einmal für Sicherheit, einmal für die Imageschäden.