Remo freuler nach schlüsselbein-bruch zurück: «deutschland wird es schwer haben»

Er war vier Monate lang nur Zuschauer. Jetzt kehrt Remo Freuler rechtzeitig zum Nachbarschafts-Kracher zurück – und schickt vor dem Test gegen Deutschland eine Kampfansage.

Freuler ist zurück – und sofort wieder mittelpunkt

Basel, Freitagabend, 20.45 Uhr. Die Nati brennt auf Schlag gegen den großen Nachbarn. Im Zentrum: der 31-jährige Bolongese, der sich nach Splitterbruch und Titanen-Platte im Schlüsselbein gerade noch rechtzeitig fit gezogen hat. «Ich habe jede Übung mit dem Physio auf Video aufgenommen, um zu sehen, ob die Bewegung sauber ist», sagt Freuler und zieht die Schultern hoch. «Knorz» war die Reha, gesteht er, «aber ich bin heute schneller als vor der Verletzung.»

Die Zahlen sprechen für ihn. Drei Intensitätseinheiten in Castagneto, 30 Minuten Vollgas gegen interne U21, GPS-Werte auf Europacup-Niveau. Nationalcoach Murat Yakin ließ die Daten prüfen, gab grünes Licht. Freuler sofort in die Führungsriege zurückbefördert.

«Kleines derby» mit grosser signalwirkung

«Kleines derby» mit grosser signalwirkung

Gegen Deutschland hat die Schweiz seit 13 Spielen nicht mehr gewonnen. Für Freuler ist das kein Fluch, sondern Ansporn. «Wir werden uns nicht verstecken. Intensität, Ballgewinne, schnelles Umschalten – das ist unser Plan.» Die Taktik? Ein 4-2-3-1, in dem er als linker Achter neben Granit Xhaka die Räume gegen Musiala und Gündoğan dicht machen soll. «Wenn wir hoch verteidigen, müssen wir die Rückwärtsbewegung sofort mitziehen. Sonst brennt’s.»

Der emotivale Unterton ist kein Zufall. Freulers Mutter stammt aus Lörrach, der Vater aus Mailand. Deutsch ist seine erste Fußballsprache. «Deshalb sind das für mich kleine Derbys. Man trifft Freunde, will gewinnen.»

Wm-vorbereitung beginnt im kopf

Wm-vorbereitung beginnt im kopf

Nach dem Deutschland-Test folgt Katar – und da warnt Freuler vor dem Underdog. «Die haben alle Spiele seit September gewonnen, kennen sich aus der Liga. Wir nicht.» Dann blickt er Richtung Italien. «Ich hoffe, sie qualifizieren sich. Für das Land, für meine Teamkollegen bei Bologna.» Denn in der Europa-League wartet Aston Villa, und dort will er den nächsten Coup landen.

Die Zukunft? Offen. Super-League-Rückkehr «aktuell kein Thema», sagt er und lacht schief. «Ich bin 31, nicht 35. Italien hat mich geprägt, aber ich schaue, was kommt.» Fakt ist: Sein Marktwert ist gestiegen, seine Laufleistung auch. Wer ihn haben will, muss zahlen.

Freitagabend in Basel wird sich zeigen, ob die Reha-Alptraum-Montage endgültig abgehakt ist. «Ich bin heiß. Deutschland wird es schwer haben.» Punkt. Keine Frage, kein «wir werden sehen». Eine Ansage – und die Nati braucht genau das.