Reitz räumt bei gladbach ab und läuft im derby gegen köln auf – das sind 23 millionen gründe

Rocco Reitz wird Samstag im 100. Bundesliga-Duell gegen den 1. FC Köln das Kapitänsbinde tragen – und dabei wissen, dass jedes seiner Sprints 23 Millionen Euro wert ist. Genau diese Summe überweist RB Leipzig laut Vereinsangaben an die Borussia, wenn alle Bonus-Klauseln springen. Nie zuvor kassierte der Klub für einen eigenen Jungspund so viel.

Der preis für ein leben in schwarz-grün

Seit der F-Jugend trägt Reitz das Trikot mit dem Pferdchen, mittlerweile 14 Jahre. Montag früh unterschrieb er dann bei den Sachsen bis 2031. Die Ablöse lag laut „Bild“ ursprünglich bei 25 Millionen, Leipzig wollte offenbar nicht über 20 plus Boni gehen. Am Ende einigte man sich auf die rekordträchtige Zahl, die Rouven Schröder als „frühzeitige Planungssicherheit“ lobt.

Dabei war Reitz eigentlich nur Notlösung. Nach Kleindients Kreuzbandriss rückte der Mittelfeldstratege in die Startelf, führte das Team als jüngster Kapitän seit 1972 durch die Krisenwochen. Nun folgt der logische Schritt in die Champions-League-Zone. Für Gladbach bleibt ein schaler Nachgeschmack: Der Liebling zieht sich selbst aus der eigenen Geschichte.

Ein abschied, der erst im derby schmerzt

Ein abschied, der erst im derby schmerzt

Reitz verspricht, „sich zu zerreißen“, bis der Sommer kommt. Das klingt nach Show, ist aber Programm. Gegen Köln wird jedes Zweikampfgeheul vom eigenen Publikum gefeiert – wissend, dass es das letzte Mal ist. Die Fans werden skandieren, die Kurve wird bibbern, und am Ende steht eine Zahl: 23 000 000. Kein Spieler wurde je teurer aus dem Borussia-Park gelotst.

Die Ironie: Gerade weil er so lange blieb, wird er nun so teuer verkauft. Die Borussia verdient an ihrer eigenen Loyalität. Reitz zahlt die Rechnung mit Tränen im Derby, Leipzig mit Knete auf dem Konto. Beide Seiten werden gewinnen – nur nicht gemeinsam.