Schottland-pleite: kann curacao gegen deutschland mithalten?

Glasgow – Ein halbes Déjà-vu, dann die kalte Dusche: Curacao, der WM-Gruppengegner von Deutschland, hat in Schottland zwar eine Halbzeit lang für Furore gesorgt, am Ende deutete jedoch die 1:4-Niederlage auf eine deutlich größere sportliche Hürde hin. Dick Advocaats Team, das 1998 zuletzt bei einer Weltmeisterschaft dabei war, zeigte zwar in den ersten 45 Minuten spielerische Ansätze und ging durch einen Treffer von Tahith Chong überraschend in Führung, doch nach einer roten Karte für Jürgen Locadia brach der Widerstand gegen die schottischen Bravehearts.

Die rote karte als wendepunkt

Die rote karte als wendepunkt

Das Spiel verlief bis zur 37. Minute überraschend ausgeglichen. Curacao präsentierte sich als unangenehmer Gegner und nutzte die schottischen Unaufmerksamkeiten eiskalt aus. Doch die Rote Karte für Locadia – ein fragwürdig bestrafter Foul – markierte den Wendepunkt. Die Schotten, angeführt von Findlay Curtis und Lawrence Shankland, die jeweils doppelt trafen, dominierten fortan das Geschehen und machten den Sieg perfekt. Ryan Christie ließ es mit seinem Treffer zum 4:1 nichts anderes zu sein.

Die Niederlage wirft Fragen auf, ob Curacao tatsächlich in der Lage sein wird, in der Gruppe E der WM gegen Deutschland, Ecuador und die Elfenbeinküste zu bestehen. Während Schottland, das in Gruppe C gegen Haiti, Marokko und Brasilien antrat, seine eigenen Ambitionen untermauert, muss Curacao seine Defensive stabilisieren und taktische Alternativen finden, um den deutschen Weltmeistern Paroli zu bieten.

Der letzte Test vor der WM gegen Aruba am 7. Juni wird für Curacao zur Standortbestimmung. Es bleibt abzuwarten, ob die Karibikelfen aus ihren Fehlern lernen und sich rechtzeitig auf die Herausforderungen in Deutschland einstellen können. Die Erinnerung an die erste Halbzeit in Glasgow, in der sie die Schotten überraschte, muss als Motivation dienen. Denn eines ist klar: Ein Wunder in Houston ist möglich, aber es erfordert mehr als nur 45 Minuten Glanz.