Partey-drama vor wm: ghana protestiert gegen kanadische einreiseverweigerung
Schock in der ghanaischen Fußballnationalmannschaft: Mittelfeldstar Thomas Partey darf Kanada nicht einreisen, was seinen Start bei der Weltmeisterschaft in diesem Jahr ernsthaft gefährdet. Die ghanaische Regierung hat scharf protestiert und spricht von einer „willkürlichen und äußerst ungerechten Entscheidung“.
Ein strafverfahren im hintergrund
Die Einreiseverweigerung basiert offenbar auf einem anhängigen Strafverfahren in London, in dem Partey im Juli 2025 wegen mutmaßlicher Vergewaltigung und sexueller Nötigung angeklagt wurde. Der Spieler des FC Villarreal streitet die Vorwürfe vehement ab. Die Regierung Ghanas betont nun, dass ein Urteil noch aussteht und der Spieler daher vom Grundsatz der Unschuldsvermutung ausgeht.
„Die Entscheidung der kanadischen Behörden wirft grundlegende Fragen hinsichtlich Fairness und Verhältnismäßigkeit auf“, erklärt ein Regierungssprecher. „Ghana respektiert zwar das souveräne Recht Kanadas, seine Einwanderungsgesetze durchzusetzen, ist aber der Ansicht, dass die Heranziehung unbewiesener Vorwürfe ohne gerichtliche Feststellung der Schuld nicht hinnehmbar ist.“

Diplomatische bemühungen laufen auf hochtouren
Ghana hat umgehend diplomatische Schritte eingeleitet, um die Entscheidung rückgängig zu machen. Ein offizielles Protestschreiben wurde bereits an das kanadische Außenministerium übermittelt. „Wir betreiben aktive diplomatische Bemühungen, um die Situation zu klären und hoffen auf eine positive Rückmeldung“, so der Sprecher.
Der Ausfall von Partey wäre für Ghana ein schwerer Verlust. Der Mittelfeldspieler ist ein Schlüsselspieler in der Nationalmannschaft und sollte ursprünglich am 17. Juni in Toronto gegen Panama in die WM-Gruppenphase starten. Die beiden weiteren Gruppenspiele gegen England (23. Juni) und Kroatien (27. Juni) finden in den USA statt, was zumindest in dieser Hinsicht eine mögliche Teilnahme noch nicht gänzlich ausschließt.
Die Situation wirft ein Schlaglicht auf die komplexen rechtlichen und politischen Herausforderungen, mit denen Nationalspieler konfrontiert werden können, insbesondere wenn Strafverfahren im eigenen Land anhängig sind. Es bleibt abzuwarten, ob die diplomatischen Bemühungen Ghanas erfolgreich sein werden und ob Partey doch noch die Chance bekommt, für sein Land bei der Weltmeisterschaft anzutreten. Die Fans hoffen darauf, während die kanadische Regierung an ihrer Entscheidung festhält, basierend auf den geltenden Einwanderungsrichtlinien.
