Neuer blitzer im salento: versteckt hinter hecke – legale falle oder sicherheitsmaßnahme?

Melendugno, Salento – Ein neuer Blitzer sorgt für hitzige Diskussionen: An der SP297 zwischen Melendugno und Torre dell’Orso wurde ein Geschwindigkeitsmessgerät installiert, dessen Standort viele als unlauter empfinden. Versteckt hinter einer Hecke und in Privatbesitz, wirft die Installation Fragen nach der Rechtmäßigkeit und dem eigentlichen Zweck auf: geht es um Verkehrssicherheit oder um die Erhöhung der kommunalen Kassen?

Die umstrittene installation

Die SP297, eine wichtige Verkehrsader, die das Hinterland mit den beliebten Küstenorten Torre dell'Orso und dem ehemaligen „Arco degli Innamorati“ verbindet, ist besonders in den Sommermonaten stark frequentiert. Ab dem 1. Juli sollen nun zwei neue Blitzer in beiden Fahrtrichtungen für erhöhte Aufmerksamkeit sorgen. Doch die Art und Weise der Installation hat für Empörung gesorgt. Anstatt offen und sichtbar zu sein, befindet sich einer der Blitzer auf dem Gelände eines Bed and Breakfast, teilweise verdeckt von einem Trockenmauerwerk und einer Hecke.

Der Photored F17DR, ein Modell, das den neuen Salvini-Vorschriften entspricht, ist zwar ordnungsgemäß mit entsprechenden Schildern ausgeschildert, doch die Teilverdeckung durch die Grundstückseinfriedung lässt den Eindruck einer gezielten Falle entstehen. Die lokale Bevölkerung äußert den Verdacht, dass der Blitzer nicht der Verkehrssicherheit dient, sondern vorrangig der Mehreinnahme von Bußgeldern.

Die stellungnahme der gemeinde

Die stellungnahme der gemeinde

Die Gemeinde Melendugno weist die Vorwürfe entschieden zurück und betont, die Installation habe in voller Übereinstimmung mit den geltenden Vorschriften stattgefunden. „Die Schilder sind vorhanden, und der Blitzer ist ordnungsgemäß zertifiziert“, so eine Sprecherin. Sie verweist auf die Gefährlichkeit der Strecke und die Notwendigkeit, die Geschwindigkeit zu kontrollieren. Dennoch bleibt der kritische Punkt, dass die Verdeckung des Messgeräts die Verkehrsteilnehmer vor eine besondere Herausforderung stellt.

Die Einnahmen aus Bußgeldern sind für viele italienische Kommunen mittlerweile eine wichtige finanzielle Stütze. Allein im Jahr 2025 wurden landesweit Rekorde gebrochen, wobei der Blitzer in Colle Santa Lucia (Belluno) besonders hohe Einnahmen erzielte. Der Blitzer in Galatina (Lecce) brachte sogar 5 Millionen Euro ein, wobei ein Großteil der Bußgelder jedoch vom Verwaltungsgericht aufgehoben wurde.

Die Situation im Salento reiht sich in diese Entwicklung ein und wirft die Frage auf, ob die zunehmende Automatisierung der Geschwindigkeitsüberwachung zu einer Verdrängung des gesunden Menschenverstandes führt. Während der Schutz der Verkehrsteilnehmer oberste Priorität haben muss, darf die Jagd nach Bußgeldern nicht zum Selbstzweck werden und die Wahrnehmung von Sicherheit untergraben.

Die kommenden Wochen werden zeigen, ob die Installation des Blitzers in Melendugno vor Gericht Bestand hat und ob die Gemeinde in der Lage ist, die Zweifel der Bevölkerung auszuräumen. Bis dahin bleibt die SP297 ein Schauplatz der Kontroverse – ein Ort, an dem die Frage nach dem richtigen Maß an Verkehrssicherheit und der Legitimität der Bußgelder weiterhin diskutiert wird.

Die zahlen sprechen eine deutliche sprache

Die zahlen sprechen eine deutliche sprache

Laut Gazzetta Motori sind die Einnahmen aus automatisierten Geschwindigkeitsmessungen ein Milliardengeschäft für die italienischen Kommunen. Der Fokus liegt dabei oft auf den touristisch geprägten Regionen, wo die Wahrscheinlichkeit, dass Autofahrer die Geschwindigkeitsbegrenzungen missachten, höher ist.