Reisch fliegt rekord, deutschland bleibt draußen
Agnes Reisch flog 213,5 Meter weit und zerstörte dabei ihren eigenen deutschen Rekord – doch der Sprung reichte nur für Platz 14. Die deutschen Skispringerinnen schauten in Vikersund erneut zu, wie sich die Weltspitze absetzte. Eine Podest-Chance blieb aus. Das nächste Stichwort lautet: Luftlinie zum Skifliegen-Knüller am Sonntag.
Nur reisch überstand die qualifikations-schallmauer
Die Regel ist gnadenlos: Von 20 Athletinnen dürfen nur 15 in den zweiten Durchgang. Selina Freitag, Juliane Seyfarth, Katharina Schmid – allesamt WM-Starterinnen – landeten hinter der magischen Grenze. Reisch war die einzige, die sich mit 14. Rang noch in die Entscheidung rettete. Die Konsequenz: Kein deutsches Trio in der Endrunde, keine Punkte-Masse für die Gesamtwertung.
Die Norwegerin Eirin Maria Kvandal nutzte die Heimbahn und sicherte sich vor Frida Westman und der Slowenin Nika Prevc den Sieg. Prevc hatte nach Durchgang eins noch vorgelegt, rutschte nach einer holprigen Landung auf Platz drei. Die Slowenin bleibt trotzdem klar in Führung der Gesamtwertung – ein Trost, der Kvandals Jubel nicht trübt.

Der vikersundbakken liefert am sonntag die revanche
Die Flugschanze nahe Oslo gilt als Turbo-Bahn: Anziehende Winde, lange Auslaufzonen, spektakuläre Weiten. Für die DSV-Frauen wird es die letzte Möglichkeit in diesem Winter, sich in die vordere Welt zu katapultieren. Der Plan: Anlauf verkürzen, Kanten früher setzen, Druck auf die Innenkante – alles Details, die zwischen Rang 15 und Podest entscheiden.
Die Bilanz nach vier Flug-Weltcup-Stationen: Deutschland ohne Top-10-Platz. Die einzige Konstante ist Reisch’ Rekordjagd. Doch Weite allein zählt nicht, wenn die Landung nicht sitzt und die Punktrichter zücken. Am Sonntag zählt jeder Meter – und jeder Zentimeter.
