Reif zerfetzt kehl: „charakter kann man nicht nachrüsten“

Es ist 02:21 Uhr nachts, und Andreas Reif lässt kein gutes Haar an Sebastian Kehl. „Wir können den Charakter eines Menschen nicht ändern“, schleudert er in die Kamera – eine Bombe, die bis zum Morgen durch die Ruhrgebiets-Kneipen zittert.

Warum der bvb ihn nie liebte

Warum der bvb ihn nie liebte

Die Sendung „Reif ist live“ wirft jetzt offen die Frage auf, die viele Schwarz-Gelbe nur flüstern: Hat der Ex-Profi jemals ins Amt des sportlichen Leiters gepasst? Kehl war Pragmatiker auf dem Rasen, aber hinter den Kulissen? Da fehlte die Schnauze, das unbedingte Machtbedürfnis, das einen Mislintat oder Zorc ausmacht. Reif spart nicht mit Beispielen: Kehls Zögern beim Haaland-Verkauf, die lahmenden Verhandlungen mit Süle, das Rumdoktern am Defensivverbund, bis jede Spur von Kontinuität verloren war.

Die Zahl, die ihm am meisten wehtut: 127 Millionen Euro Netto-Transferminus seit Sommer 2023. Kehl wollte verjüngen, bekam ein Puzzle aus Talenten und Leihspielern, das sich gegenseitig blockierte. Reif zitiert einen Scout: „Sebastian wollte immer alle miteinander, statt sich zu fragen: Wen brauche ich wirklich?“

Der Talk ist kein EA-Sports-Beitrag, sondern ein Seziertisch. Reif wirft ein Video ein, wie Kehl nach der 0:3-Pleite in Monaco die Kabine betritt – Schultern hoch, Blick weg. „Körpersprache null“, kommentiert Reif. „Da fehlt der Haudrauf, der sagt: ‚So nicht, Jungs!‘“

BVB-intern sickert durch, dass die Trennung längst überfällig war. Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke hatte Kehl noch im März mit einer öffentlichen Rückendeckung zu retten versucht. Doch die Niederlage gegen Stuttgart – wieder ein Spät-Tor, wieder ein Eigentor – setzte dem die Krone auf. Die Entscheidung fiel um 23:48 Uhr, nur Minuten später ging Reif live.

Was folgt, ist ein Shitstorm, der sich nicht mehr stoppen lässt. Kehls WhatsApp-Status „Danke, Borussia“ wird innerhalb von 17 Minuten 4.200 Mal mit lachenden Emojis kommentiert. Selbst Ultragruppen, die sonst jeden Vereinsentscheid bis zur letzten Fahne verteidigen, sprechen von „guter Ernährung“ – Sprachcode für: Raus mit dem Ballast.

Reif endet mit einem Satz, der morges um halb drei die sozialen Netzwerke überkocht: „Wenn ihr den Charakter nicht mitbringt, bringt ihr ihn euch auch nicht mehr bei.“ Kehls Projekt beim BVB ist damit endgültig vom Tisch. Die Frage ist nur: Wer traut sich, den nächsten Sportvorstand zu werden – und bringt von Anfang an die Eier mit, die der Verein braucht?