Reichert wirft thc mit 12 treffern richtung final four: dänen geschockt

Ein Auswärtssieg, der längst überfällig war, und plötzlich steht der Thüringer HC wieder dort, wo er hingehört: im Fahrwasser des Final Four. Mit 31:27 in Nykøbing katapultiert sich der Titelverteidiger durch Johanna Reicherts Doppelschlag-Tempo in die Pole-Position des Viertelfinals.

Der bossen-bremse entkommen

In der ersten Viertelstunde hing der THC am Torschnüffeln. Anne Christine Bossen parierte, was das Zeug hält, und die deutschen Angriffe platzten wie Seifenblasen. Doch statt sich zu verzweifeln, schaltete Müllers Team um: 4:0-Lauf, erste Führung, 8:7 – und das Herzschlag-Momentum war zurück. Die Däninnen zogen zwar wieder davon, doch die Botschaft stand fest: Hier fährt niemand mehr locker über Thüringen hinweg.

Die zweite Hälfte war ein Lehrstück in Effizienz. Reichert nahm jede Verantwortung auf sich, traf aus dem Rückraum, aus dem Halblinks, vom Kreis. Zwölfmal blinkte das dänische Netz. Die Gastgeber dagegen rutschten in technische Fehler, warfen schlaflos quer, und als Reichert in der 51. Minute auf 27:23 erhöhte, war die Kopenhagener Luft raus.

Final-four-traum lebt

Final-four-traum lebt

Rückspiel am Sonntag in Erfurt? Keine Pflicht, sondern eine Chance. Ein Vier-Tore-Polster reicht, um dem Druck zu entfliehen und stattdessen mit Tempo und Konter zu spielen – genau die Waffen, die den THC zur Europaspitze trugen. Die Arena wird kochen, die Bilanz spricht für die Thüringerinnen: seit fünf Jahren keine europäische Heimniederlage mehr.

Die Konkurrenz schielt bereits nach Lösungen gegen Reicherts Wurfakrobatik. Gefunden haben sie keine. Und wenn der THC auch nur halb so abgebrüht auftritt wie in Nykøbing, dürfte das Final Four 2026 wieder deutsche Akzente bekommen.