Rego brennt für athletic: „ich will hier mein ganzes leben bleiben“
Alejandro Rego hat sich in dieser Saison mit Muskelkraft in Valverdes Startelf gespielt. Jetzt spricht der 21-jährige Sechser über den Traum vom One-Club-Man – und über den Abschied des Trainers, der ihn groß machte.
Die Zahlen sind hart, die Emotionen noch härter. 1.847 Minuten in 27 Pflichtspielen, ein Tor gegen Cádiz, drei Champions-League-Einsätze – und all das in einer Spielzeit, die für Rego mit dem Satz begann: „Ale, zieh dir die Stutzen hoch, du bist dabei.“
Valverdes vertrauen war kein geschenk
Der Baske holte sich das Vertrauen nicht vom Himmel. Er eroberte es sich in der internationalen Länderspielpause, als er statt Urlaub machen zweimal täglich auf dem Trainingsplatz von Lezama stand. „Ich wusste, dass ich nur eine Chance bekomme, wenn ich lauter spreche als die anderen – mit den Beinen“, sagt Rego im Interview mit El Chiringuito de Jugones. Die Antwort folgte prompt: Sein Debüt in der Primera División, ein Startelfplatz im Stadio Giuseppe Meazza, ein Kopfballtreffer, der Athletic drei Punkte bescherte.
Dabei begann seine Laufbahn in den kleinen Kiesgruben von Santutxu und Indautxu, wo er noch neben Schulkameraden kickte, die heute im Baukasten arbeiten. „Die wussten damals schon: Der kleine Ale wird nie den Ball weggeben“, erinnert sich sein erster Jugendtrainer Andoni Larrinaga. „Er hat uns einfach weggespielt – mit 14.“

„Bei athletic fühle ich mich zu hause“
Die Frage nach der Zukunft beantwortet Rego mit einer Geste: Er zieht das rote Kapitänstape ab und legt es sorgsam auf den Tisch. „Für mich gibt es kein besseres Gefühl, als hier auf dem Rasen zu stehen. Kein Geräusch ist lauter als San Mamés, wenn die Türme mit uns singen. Wenn ich kann, bleibe ich mein Leben lang.“
Diese Sätze sind kein PR-Sprech. Sie kommen aus dem Mund eines Mannes, der weiß, dass Athletic morgen wieder einen neuen Mittelfeldspieler scouten kann. Rego aber hat die DNA des Klubs im Blut – geboren in Bilbao, aufgewachsen in Deusto, gespeist mit der Philosophie von Lezama.

Valverdes abschied trifft den kader wie ein faustschlag
Die Nachricht, dass Ernesto Valverde im Sommer geht, erreichte die Kabine während der Nations-League-Pause. „Die Jungs haben einen Moment geschwiegen, als hätte jemand den Stecker gezogen“, berichtet Co-Trainer Patxi Ferreira. Rego selbst brauchte zwei Stunden, bis er seine Emotionen in Worte fassen konnte: „Er ist eine Legende. Er hat mir das Gefühl gegeben, zu dieser Familie zu gehören. Dafür werde ich ihm immer dankbar sein.“
Doch der Klub lebt weiter. Schon am Montag beginnt die Vorbereitung auf die neue Saison, und Rego wird wieder als erster auf dem Platz stehen. „Wenn der neue Trainer hereinkommt, wird er sehen, dass ich bereit bin. Athletic ist mehr als ein Verein – er ist mein Zuhause. Und Zuhause verlässt man nicht.“
Die Liga schläft nie. Aber wer Alejandro Rego kennt, weiß: Er wird auch nächste Saison wieder lauter sprechen als alle anderen – mit den Beinen.
