Regensburg setzt auf hodl – aber wer pfeift am samstag?

Günter Hodl ist da, der Trainer nicht. Beim SSV Jahn Regensburg rückt der neue Vorstandschef einen Tag vor dem Heimspiel gegen den TSV Havelse ins Blickfeld, während die Frage offen bleibt, wer künftig an der Seitenlinie steht.

Hodl beerbt hein mit dreijährigem mandat

Hodl beerbt hein mit dreijährigem mandat

Der Aufsichtsrat wählte den 56-jährigen Diplom-Sportlehrer einstimmig für drei Jahre. Nach dem abrupten Abgang von Oliver Hein zum Jahreswechsel übernimmt Hodl eine Kompetenzlücke, die in Regensburg seit Monaten für Unruhe sorgt. Thomas Ebeling und Philipp Hausner bleiben ihm als Vorstandsmitglieder erhalten – ein klares Signal für Kontinuität im Oberhaus, wahre Turbulenzen aber spielen sich aktuell auf dem Rasen ab.

Denn während der neue Mann an der Spitze noch die eigenen Räume vermisst, steht Interimscoach Munier Raychouni vor seinem vermutlich letzten Spiel. Der bisherige Co-Trainer sprang ein, als Michael Wimmer im Winter nach Kiel zu Tim Walter wechselte. Das 1:1 in Saarbrücken war ein Punktgewinn, aber keine Lösung. Hausner machte klar: Nach dem Havelse-Spiel ist Raychounis Amtszeit beendet.

Die Personalie offenbart ein strukturelles Problem. Regensburg sucht nicht nur einen Cheftrainer, sondern eine Identität. Mit 28 Punkten aus 23 Partien steht der Klub einen Platz über dem Strich, doch die Leistungsschwankungen fräsen an der Nervenkost der Anhänger. Die Statistik spricht eine deutliche Sprache: erst drei Siege seit November, dazu die dritthöchste Gegentorquote der Liga.

Hodl muss also gleich doppelt liefern: organisatorische Stabilität und eine sportliche Perspektive. Die Fanbasis verlangt nach einem Profiltrainer, der die 3. Liga nicht nur überstehen, sondern gestalten will. Die Kandidatenliste kursiert intern: ein erfahrener Zweitliga-Absteiger-Coach, ein ehemaliger Bundesliga-Profi mit frischer Lizenz, ein Quereinsteiger mit Analytics-Hintergrund. Kein Name ist durchgestrichen, kein Gespräch offiziell bestätigt.

Am Samstag um 14 Uhr im Jahnstadion zählt zunächst einmal der Spieltag. Gegen den Tabellenletzten TSV Havelse liegt die Chance auf einen Befreiungsschlag – oder auf den nächsten Rückschlag. Die Entscheidung über die weitere Richtung fällt danach. Hodl hat sich festgelegt, der Trainer muss folgen. Sonst droht Regensburg ein Frühjahr voller Interims-Lösungen und erneut das Roulette im Abstiegskampf.