Red bull im freien fall: mercedes triumphiert – mekies spricht klartext
Suzuka – Der Schock geht durch die Formel 1: Nach drei Rennen ist Red Bull nicht mehr die dominante Kraft, sondern kämpft um den Anschluss. Während Mercedes unter Kimi Antonelli triumphiert, spricht Teamchef Laurent Mekies offen von einem „erheblichen Defizit“ und einer „entfernten Kraft“. Die Zeiten, in denen Red Bull das Rennen bestimmte, scheinen vorbei – zumindest vorerst.

Die dominanz von mercedes ist unübersehbar
Kimi Antonelli lieferte in Suzuka eine beeindruckende Vorstellung ab und feierte seinen zweiten Sieg in Folge. Mercedes fährt aktuell einen Drei-Sieg-Rhythmus und profitiert von den neuen Regelbestimmungen, die die Balance zwischen Verbrenner- und Elektropower begünstigen. Die Silberpfeile ziehen einsam an der Spitze, während Red Bull mit Problemen zu kämpfen hat.
„Es gibt heute nichts, worüber man glücklich sein kann“, gestand Mekies nach dem Rennen. Das Team liegt seiner Aussage zufolge eine Sekunde hinter Mercedes zurück – ein eklatanter Unterschied in der Formel 1. Schon vor dem Rennen in Suzuka hatte er von „erheblichen Defizit“ gesprochen, die das Team zu Kopfzerbrechen veranlassen.
Das Problem liegt nicht am Motor. Die neue Power Unit, die gemeinsam mit Ford entwickelt wurde, scheint nicht das Hauptproblem zu sein. Vielmehr tut sich der RB22 schwer, eine stabile Performance abzurufen. „Wir sind eine entfernte Kraft, das ist die Realität“, so Mekies, der auch auf die Schwierigkeiten hinweist, im Vergleich zu McLaren den Abstand zu verringern. „In Melbourne waren sie noch in Reichweite, in China ist der Abstand gewachsen. Hier sah es am Freitag und Samstag überhaupt nicht gut aus.“
Besonders frustrierend für Red Bull ist, dass sich das Team derzeit nicht wie in den Vorjahren zwischen Training und Qualifying deutlich steigern kann. „Es ist eine Kombination aus grundsätzlicher Performance und der Tatsache, dass wir nicht genug aus dem Paket herausholen“, erklärte Mekies. Das Team ringt mit komplexen Limitierungen des Autos und versucht, diese zu überwinden.
Die kommende vierwöchige Pause in der Formel 1 kommt für Red Bull zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Mekies bezeichnet die Pause als „definitiv einen Nachteil“, da wertvolle Streckenkilometer fehlen, um Auto und Antriebseinheit besser zu verstehen. Doch der Teamchef behält den Optimismus: „Ich habe volles Vertrauen“, dass das Team die Probleme mit gezielten Updates in den Griff bekommen wird – genau wie in der vergangenen Saison. Die Frage ist: Reicht die Zeit bis zum nächsten Rennen, um das Ruder herumzureißen?
Die Entscheidung im Titelrennen ist noch längst nicht gefallen. Mercedes hat sich eine komfortable Führung erarbeitet, doch Red Bull wird alles daran setzen, den Rückstand aufzuholen. Die nächsten Rennen werden zeigen, ob das Team seine Probleme in den Griff bekommt und wieder zu alter Stärke findet.
