Recco dominiert: historischer 38. scudetto nach hitzigen verhältnissen!
Mailand – Ein Spektakel der Nerven, ein Kampf der Giganten und am Ende ein klarer Sieger: Pro Recco hat Brescia im dritten Spiel der italienischen Wasserball-Meisterschaft mit 17:12 bezwungen und damit den 38. Scudetto der Vereinsgeschichte perfekt gemacht – der sechste in Folge. Doch der Triumph wurde von hitzigen Auseinandersetzungen und Platzverweisen überschattet.

Ein finale voller emotionen und ausschluss
Die Partie in Brescia war von Beginn an von einer angespannten Atmosphäre geprägt. Beide Teams schenkten sich nichts, doch die Recchesi zeigten von Anfang an ihre Überlegenheit. Die Offensive glich einem Wirbelsturm, angeführt von den präzisen Treffern von Condemi, Cannella und dem jungen Granados, der mit drei Toren brillierte. Doch es war nicht nur das Können, das das Spiel bestimmte. Aggressives Spielverhalten und hitzige Diskussionen führten zu zwei Platzverweisen für Brescia: Del Basso in der 13. Minute und Guerrato kurz vor Schluss. Letzterer sah die Rote Karte nach einem unsportlichen Einsteigen gegen Durik, was einen regelrechten Handgemenge auslöste.
Trainer Sandro Sukno von Recco ließ sich von den äußeren Umständen nicht beirren. „Wir haben uns diesen Titel verdient“, erklärte er nach dem Spiel. Die Zahlen sprechen für sich: In den drei Finalspielen gegen Brescia erzielte Recco insgesamt 13:2 Tore. Eine eindrucksvolle Bilanz, die die Überlegenheit des Teams unterstreicht.
Die lombardische Mannschaft kann stolz auf ihre Saison sein, insbesondere da acht Spieler aus dem eigenen Nachwuchs stammen. Doch die körperlichen Strapazen, insbesondere die Verletzung von Torwart Baggi Necchi, setzten die Brescianer unter Druck. Die Recchesi hingegen profitierten von einem breiteren Kader und der berechtigten Wut nach der jüngsten Niederlage in der Champions League gegen Barceloneta.
Nicosia hielt im Recco-Tor einen Großteil der Brescianer Schüsse und sicherte so den Sieg. Die Abwehr stand sicher, während die Offensive mit einer beeindruckenden Präzision agierte. Ein verdienter Sieg für eine Mannschaft, die sich durch Konstanz und taktische Finesse auszeichnet.
Nach vier Jahren kehrte die Serie der besten fünf Spiele zurück. Ein Format, das den Teams mit einem größeren Kader zugutekommt, doch die klare Überlegenheit Reccos ließ wenig Raum für Überraschungen. Die Dominanz in dieser Saison ist unbestritten: Fünf Siege aus fünf direkten Duellen, der Gewinn der Coppa Italia und die Führung in der regulären Saison.
Auch wenn der Abschied von Kapitän Di Fulvio, der zu Barceloneta wechselt, schmerzt, so ist die Verpflichtung von Gianazza aus Brescia ein Zeichen für die Zukunft. Zudem wird Negri eine Führungsrolle übernehmen. Der Fokus liegt nun auf der Weltcup-Finalrunde in Sydney, die vom 22. bis 26. Juli stattfindet.
