Real madrid: ein europäischer albtraum in der königlichen hauptstadt
Madrid – Ein Titelgewinn in Wembley, der Traum vom Mbappé-Dominoeffekt, die Erwartungen waren riesig. Doch die Saison 2024/25 wird als dunkler Fleck in der glorreichen Geschichte des Real Madrid in die Annalen eingehen. Was als Ära der unangefochtenen Herrschaft in Spanien und Europa begann, entwickelte sich zu einem chaotischen Irrweg voller taktischer Fehlentscheidungen, internen Konflikten und verpassten Chancen.

Xabi alonso: der hoffnungsträger, der scheiterte
Die Ankunft von Xabi Alonso, gefeiert als Heilsbringer nach Ancelottis Abgang, weckte zunächst große Hoffnungen. Der Erfolg in Deutschland schien der perfekte Grundstein für eine neue Ära im Bernabéu zu sein. Verstärkt wurde der Kader mit Huijsen, Alexander-Arnold und Mastantuono, die im neuen FIFA-Weltpokal eine wichtige Rolle spielen sollten. Doch die Realität sah anders aus. Die hochgelobte taktische Flexibilität, insbesondere die Umstellung auf einen aggressiven Pressingstil, konnte sich nicht nachhaltig etablieren.
Der Clásico im Bernabéu offenbarte die ersten Risse im Fundament. Vinicius' Wutentlassung nach seinem Auswechslung und die fehlende Unterstützung des Vereins für den brasilianischen Star zeigten die wachsende Unzufriedenheit und die zunehmende Spaltung im Team. Die Führung, die sich auf den Spieler verlassen hatte, schien nun in einer Zwickmühle.
Die Winterkrise
Die Tabellenführung, einst komfortabel mit fünf Punkten Vorsprung, wurde durch einen überraschenden Ausrutscher in Elche verspielt. Die Champions League offenbarte die Schwächen des Teams in entscheidenden Spielen. Das blamable 0:1 gegen Liverpool in Anfield war ein Weckruf, der jedoch zu spät kam. Alonso verlor zunehmend die Kontrolle über das Team, die taktischen Innovationen verpufften, und das Spiel erinnerte immer mehr an die Vorgängersaison unter Ancelotti.
Die interne Uneinigkeit, kulminierend im hässlichen Streit zwischen Valverde und Tchouaméni, offenbarte die tieferliegenden Probleme im Kader. Die Strafe von 500.000 Euro pro Spieler für den Vorfall war ein deutliches Zeichen der Verzweiflung der Vereinsführung. Die Zweifel an Alonso wuchsen, und die Mannschaft spaltete sich in Befürworter und Kritiker.
Ein kurzzeitiger Aufwärtstrend konnte die Absetzung Alonsos nach der Niederlage im Supercopa-Finale nicht verhindern. Die rasche Verpflichtung von Álvaro Arbeloa als Interimstrainer brachte keine Wende. Der frühe K.O. im Copa del Rey gegen Albacete und das demütigende 0:4 gegen Benfica in Lissabon besiegelten das Schicksal des Teams.
Trotzdem gelang es dem Real Madrid, sich in der Liga zurück ins Titelrennen zu kämpfen und sich in der Champions League gegen Manchester City durchzusetzen. Doch diese Erfolge konnten den bitteren Nachgeschmack der gesamten Saison nicht auslöschen.
Ein Saisonende voller Fragen
Die Saison 2024/25 endet mit einer tiefen Ernüchterung. Der Traum von einer Ära der Dominanz unter Mbappé liegt in Trümmern. Die Vereinsführung steht vor der Herausforderung, die Scherben zu sammeln und einen neuen Kurs zu finden. Die bevorstehenden Wahlen könnten eine entscheidende Zäsur markieren. Die Frage, die sich nun stellt, ist nicht, ob Real Madrid wieder aufsteigen wird, sondern wie tief die Wunden dieser Saison die Zukunft des Vereins prägen werden. Die Zahlen lügen nicht: 500.000 Euro Strafe für interne Streitereien, ein verpasstes Champions-League-Halbfinale und ein Liga-Titel, der nur mit großem Glück und unter dem Druck der Not gerettet wurde. Ein Saisonende, das die königliche Hauptstadt in Schock versetzt.
