Real madrid besiegt celta in letzter sekunde – rückstand auf barcelona kleiner, druck auf flick größer
Antonio Rüdiger schlug die Hände über dem Kopf zusammen, Fede Valverde raste in die Ecke, 2.800 Kilometer nordwestlich jubelte Hansi Flick kurz mit – und dann wurde es still. Real Madrid schob sich mit einem 2:1 in Vigo punktgleich an Barcelona heran, doch der Gewinner des Abends steht in Katalonien. Denn der Plan von Barça klappt exakt: Die Königlichen jagen, die Blaugrana entscheiden.
Valverde trifft, tchouaméni liefert – und doch bleibt ein beigeschmack
Die Zahlen: 94. Minute, 28 Meter, halblinks – Valverde donnerte den Ball ins lange Eck und beendete Madrids Mini-Krise nach den Pleiten gegen Osasuna und Getafe. Die Tabelle: nur noch ein Punkt Rückstand. Die Realität: Barça spielt am Samstag (21.00 Uhr/DAZN) beim neunten Athletic Bilbao und kann mit einem Sieg wieder vier Punkte vorlegen. Das ist keine Aufholjagd, das ist ein Dauerlauf auf der Stelle.
Los Blancos begannen wie entfesselt: Aurelian Tchouaméni netzte nach elf Minuten ein, sein zweites Saisontor, beide per Kopf – ein Muster, das Trainer Carlo Ancelotti gezielt einstudiert hatte. Doch Celta antwortete mit der ersten Ecke: Borja Iglesias nickte unbedrängt ein, Thibaut Courtois war noch mit den Fingerspitzen dran, konnte aber nicht verhindern. Danach ein Spiel auf Messers Schneide: Madrid dominierte, Celta konterte. Die Statistik: 17 Torschüsse für die Gäste, nur vier aufs Tor – Effizienz ein Fremdwort.

Rüdiger räumt auf, doch hinten läuft nichts rund
Antonio Rüdiger spielte erneut die Rolle des Stabilisators: vier Balleroberungen, 86 % Passquote, zwei klare Scharmützel gewonnen. Aber die Lücken zwischen Innen- und Außenverteidigung blieben. Celta hätte vor der Pause erhöhen können, hätte Iago Aspas nicht den Außenpfosten getroffen. „Wir haben Glück gehabt“, gab Ancelotti später zu, „aber Glück gehört dazu.“
Die Frage ist, wie lange Madrid sich noch auf dieses Glück verlassen kann. Die Defensive wackelt seit Wochen, die Rotation wirkt erzwungen, nicht taktisch. Mit David Alaba und Éder Militão fehlen weiter die beiden nominalen Stammkräfte, Luke Jović rückt als Notlösung ins Zentrum – ein Konstruktionsfehler, der sich in der Rückrunde rächen könnte.

Barça lacht, ancelotti rechnet
Während in Madrid die Bierdosen knallten, schalteten die Barça-Verantwortlichen den Fernseher aus. Sie kennen die Rechnung: Gewinnt Flicks Team in Bilbao, sind es wieder vier Punkte Vorsprung bei noch acht Spieltagen. Die Head-to-Head-Bilanz spricht für Barcelona (3:1, 1:0), ein theoretisches Gleichstandsszenario also ausgeschlossen. Real muss nicht nur gewinnen, es muss gewinnen und gleichzeitig auf einen Barça-Patzer hoffen – jene Konstellation, die in LaLiga selten ist.
Die Königlichen haben also gewonnen, aber die Krone rutscht. Valverdes Rakete war ein Schritt, kein Sprung. Am Samstag um 23.00 Uhr könnte der Vorsprung wieder vier Punkte betragen – und dann bleibt Madrid nur noch die Königsklasse, in der es ohnehin schon weitergeht. Die Liga? Die entscheidet sich in Barcelona, nicht in Vigo.
