Real canoe stürmt nach 13:10-krimi zurück in die honor division

13:10, das wars. Real Canoe feiert das Comeback der Saison und schiebt sich nach nur einem Jahr Abstieg wieder in die División de Honor des spanischen Wasserballs. Im Rückspiel der Aufstiegsrunde dreht der Madrilene Klub gegen Horta einen 0:2-Rückstand aus dem Hinspiel und verpasst dem katalanischen Gegner damit die erste herbe Niederlage der Spielzeit.

Ein jahrhundertklub kehrt heim

Das ist mehr als ein Aufstieg. Es ist die Rückkehr einer Institution. Real Canoe existiert seit 1929 und galt bis vor zwölf Monaten als letztes Bollwerk gegen die katalanische Dominanz, nachdem man 1999 und 2000 sogar zweimal in Folge die Meisterschaft gewonnen hatte. Dann der Sturz in die zweite Liga – und nun der schmerzhafte, aber schnelle Weg zurück ins Rampenlicht.

Der Ausgleich fällt früh, die Führung spät. Nach dem ersten Viertel steht es 1:3 für Horta, doch dann dreht Canoe auf: 3:2 im zweiten, 5:2 im dritten, 4:3 im letzten Abschnitt. Víctor Gutiérrez, Kapitän und internationaler Linksaußen, trifft dreimal und leitet die Aufholjagd. „Das ist ein historischer Moment. Canoe ist fast hundert Jahre alt, und wir haben uns immer gefühlt, als gehörten wir in die Honor Division. Heute haben wir es bewiesen“, sagt er noch nass im Beckenrand.

23 Siege in 24 spielen – zahlen sprechen lauter als worte

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Die Serie ist beeindruckend: Canoe beendete die Saison mit nur einer Niederlage und ließ dabei 23 Gegner hinter sich. Nach dem Abstieg vor zwölf Monaten wurde der Kader kaum verändert, der Trainerstab blieb, und die Philosophie wurde nur angezogen, nicht umgeschrieben. „Letztes Jahr war das bitterste Kapitel meiner Karriere“, erinnert sich Gutiérrez, der nebenberuflich als LGBTI-Beauftragter der PSOE arbeitet. „Aber wir haben das Team nicht neu erfunden, wir haben es erinnert, wer wir sind.“

Im Tor stand diesmal Alejandro Domínguez, 22 Jahre alt und Nachfolger einer Legende. Jesús Rollán, Olympiasieger von 1996 und Weltmeister von 1998, war bis zu seinem Tod 2006 die unangefochtene Nummer eins. Seine Büste steht neben dem Becken, und vor jedem Heimspiel berührt ihn jeder Spieler. Rollán war Canoe-Kind, und Canoe bleibt Familie.

Von der trauma-season zur titelkampagne

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Kurz vor Schluss pfeift der Schiedsrichter ein Foul an Gutiérrez – Strafwurf. Er tritt an, legt den Ball flach in die linke Ecke, macht das 12:9. Sekunden später folgt das 13:10, und die Fans springen ins Wasser. Die Kosten für die Reparatur der Bande übernimmt niemand, weil niemand sie verlangt. „Das sind keine Fans, das sind Mitglieder“, sagt der Präsident und lacht.

Die Honor Division bekommt zurück, was ihr gehört: den letzten Nicht-Katalanen, der tatsächlich gewinnen kann. Das nächste Spiel ist in drei Wochen gegen Barcelona. Gutiérrez nickt nur: „Wir sind bereit, und diesmal bleiben wir.“