Rasmussen packt aus: fck ist keine liga, sondern sein leben

Jacob Rasmussen kam im Winter, sah – und wurde sofort gefangen genommen. „Das ist keine Mannschaft, das ist Familie“, sagt der Däne im SWR-Podcast. Und noch eine Stufe höher: „Das ist eher eine Identität und nicht nur ein Hobby.“ Für den Innenverteidiger war Kaiserslautern binnen Wochen ein emotionaler Tsunami, nicht einfach ein Klubwechsel.

Der start war holprig – und das spürt man ihm an

Er traf auf eine Gruppe, die vier der letzten sechs Partien verlor. Sein Debüt in Darmstadt wurde zur Geduldsprobe, ein Schlag auf den Kopf setzte ihn zwei Spiele lang außer Gefecht. „Mit dem Kopf ist es immer so ein bisschen schwierig“, sagt er ruhig, als redete er über jemand anderen. Die Gehirnerschütterung war ärgerlich, nicht dramatisch. Jetzt ist er zurück, hat die Schuhe wieder fest geschnürt und die Zweikämpfe im Training wieder auf „Vollgas“ gestellt – sein Lieblingswort.

Zweite liga? ein dauerbrenner ohne pause

Zweite liga? ein dauerbrenner ohne pause

Andere Ligen hat er gesehen: Schalke, St. Pauli, Florenz, Salzburg. Aber die 2. Bundesliga, das ist für ihn „nur ein Gas, und das ist Vollgas“. Kein Sonntagsspaziergang, sondern ein Boxkampf über 90 Minuten. Er liebt es. Je lauter die Tribüne, desto bisher besser seine Einschätzung. Der Betzenberg ist für ihn keines von zwölf deutschen Stadions, sondern ein Kessel, der alles verschluckt, was nicht rot-weiß ist.

Der nächste halt: karlsruhe – und er kann’s kaum erwarten

Der nächste halt: karlsruhe – und er kann’s kaum erwarten

Am Sonntag steigt das Derby gegen den KSC. Rasmussen spricht davon, als würde er sich aufs Finale der Weltmeisterschaft vorbereiten. „Das knallt immer!“ Seine Augen leuchten, selbst im Podcast. „Wir kriegen nicht neun Punkte oder zwölf Punkte. Aber wenn wir so ein Spiel gewinnen, kriegst du immer noch drei.“ Die Logik ist simpel, die Emotion riesig. Genau das liebt er am FCK: Hier zählt nicht die Tabelle, sondern das Herz.

Rasmussen ist 28, spricht perfekt Deutsch, hat sechs Länder gesehen und doch das Gefühl, er wäre angekommen. „Ich habe alles gegeben“, will er sagen können, wenn seine Karriere irgendwann endet. In Kaiserslautern beginnt für ihn jetzt der Teil, der zählt. Die Liga ist hart, die Erwartungen riesig, aber der Däne lacht nur: „Das ist kein Nebenjob. Das ist meine Identität.“