Raptors demütigen cavaliers – harden verschenkt sieg!
Toronto – Die Cleveland Cavaliers haben es verpasst, die Erstrundenserie gegen die Toronto Raptors zu verkürzen. In einem Spiel voller Fehlern und fragwürdiger Entscheidungen ging der vierte Sieg an das Heimteam, das damit einen wichtigen Schritt in Richtung Playoff-Viertelfinale macht. Doch der Sieg war schmeichelhaft, denn die Cavaliers lieferten eine Leistung ab, die weit hinter den Erwartungen zurückblieb.

Harden imitiert fehlerturm – defense der raptors fesselt
Die Raptors präsentierten sich als ein Team, das seine Hausaufgaben gemacht hat. Die phänomenale Defensivtaktik, die selbst den Gegner zum Lob bewegte, schnürte die Cavaliers in einen Knoten. Besonders James Harden hatte einen rabenschwarzen Tag, leistete sich unglaubliche sieben Ballverluste und wirkte oft völlig überfordert mit der aggressiven Verteidigungsstrategie der Kanadier. “Sie sind unglaublich darin, in der Zone herumzufliegen”, räumte Harden im Nachgang ein – eine Ansage, die sich wie ein Geständnis anmacht.
Die Cavaliers, als haushohe Favoriten in die Serie gestartet, scheinen mit der Dynamik und dem Tempo der Raptors nicht zurechtzukommen. Während sie auf statische Plays und die Kreation ihrer Stars setzen, bewegen sich die Raptors in einer Free-Flow-Offensive, die die Cavaliers aus dem Konzept bringt. Kenny Atkinson, Coach der Cavaliers, sprach von “Chaos”, das seine Mannschaft bewusst herbeigeführt habe. Die aggressive Verteidigung der Raptors, gepaart mit der immensen Physis des Teams, stellte die Cavaliers vor große Probleme.
Scottie Barnes war in Spiel 4 eine defensive Macht, während RJ Barrett im Schlussviertel wieder in die Spur fand. Doch auch bei den Raptors läuft es offensiv noch nicht rund. Das Fehlen kreativer Impulse, Ballverteilung und konstanter Werfer ist offensichtlich, insbesondere nach der langen Verletzung von Immanuel Quickley. Die bärenstarken Defensivleistungen sind daher essenziell für den Erfolg.
Die Bilanz von 32,0 Prozent getroffener Würfe ist dabei erschreckend – die Raptors haben damit Geschichte geschrieben: Seit 1977 hat noch nie ein Team mit einer so niedrigen Trefferquote ein Playoff-Spiel gewonnen. Ein Negativ-Rekord, der die fragwürdigen Offensivleistungen der Raptors verdeutlicht. Jakob Pöltl, der mit zwei schnellen Punkten in der zweiten Halbzeit kurzzeitig Hoffnung schöpfte, räumte ein: “Es war kein guter Wurftag von uns, aber wir sind ein Team, das defensiv einiges wettmachen kann.”
Die Cavaliers blicken nun zuversichtlich nach Cleveland zurück, wo sie im fünften Spiel der Serie das Heimrecht genießen. “Wir sind zuhause großartig und mit unseren Fans im Rücken werden wir besser spielen”, so James Harden. Doch die Worte klingen hohl, angesichts der bisherigen Leistungen und der beeindruckenden Verteidigung der Raptors. Der Ausgang der Serie ist offen, aber eines ist sicher: Die Raptors haben bewiesen, dass sie eine ernstzunehmende Gefahr für die Cavaliers darstellen.
