Rangnick blockiert: kein wort über öfb-zukunft bis wm-finale
Ralf Rangnick schiebt die Entscheidung auf. Beim ÖFB herrscht Funkstille über seine Vertragsverlängerung, der 67-Jährige verweigert jede Wasserstandsmeldung – und das, obwohl beide Seiten eigentlich vor der WM 2026 Klarheit wollen.
Der deutsche Teamchef ließ am Montag keinen Millimeter Spielraum. „Wir haben von vornherein vereinbart, dass wir da keine Wasserstandsmeldungen abgeben“, sagte er nach der Kadernominierung für das März-Trainingslager in Marbella. Dahinter steckt ein klarer Plan: Rangnick will sich und seine Mannschaft vor der Endrunde in den USA nicht ablenken lassen. Die Partie gegen Ghana am 27. März und das Duell mit Südkorea vier Tage später sind jetzt die einzigen Fixpunkte.
Rangnick verliert seinen engsten vertrauten
Die Personalie Lars Kornetka schlägt zusätzliche Wellen. Der 48-jährige Co-Trainer wechselt nach der WM als Chefcoach zu Eintracht Braunschweig – und Rangnick verliert damit einen Mann, der sein System seit Jahren mitdenkt. „Ich war natürlich komplett involviert“, betonte er, doch die Fakten sind hart: Kornetka wird nur noch vier Tage in Marbella anwesend sein, bevor er den Zweitligisten vor der Relegation fit macht. Ein Scheitern würde Braschweigs drohen, Rangnick verliert trotzdem einen strategischen Kopf.
Die Frage ist, ob diese Lücke zu stopfen ist. Stefan Oesen bleibt als einziger Vollzeit-Co, Onur Cinel springt ebenfalls nur Teilzeit ein. Für ein Turnier, in dem Österreich erstmals seit 1998 wieder eine WM-Gruppenphase überstehen will, ist das ein Wagnis. In Santa Clara, Dallas und Kansas City wartet mit Argentinien der Weltmeister, dazu Jordanien und Algerien – ein machbares, aber lautes Programm.

Öfb pokert um zeit – und riskiert gegenwind
Intern wissen alle Beteiligten: Die Uhr tickt. Josef Pröll und Bernhard Neuhold führen die Vertragsgespräche „in aller Ruhe im Hintergrund“, doch die Fans fordern klare Kante. Die EM-Aus gegen die Türkei ist noch frisch, das 1:2 nach Verlängerung schmerzt. Rangnick selbst schickt trotzdem ein Signal: „Wenn wir alle halbwegs an Bord haben, können wir auch bei dieser WM richtig für Aufsehen sorgen.“
Klingt nach Selbstvertrauen, ist aber auch ein Druckmittel. Denn sollte das Team in der Vorrunde scheitern, wäre die Diskussion über seine Zukunft nicht mehr länger tabu. Dann würde die ÖFB-Führung womöglich selbst die Reißleine ziehen – und Rangnicks Marke des schweigenden Strategen wäre endgültig abgebrannt.
