Rakneberg raus: bochums transfer-flop endet im muskelriss

Mikkel Rakneberg war schon vor der Verletzung ein Phantom beim VfL Bochum – nun ist er es auf unbestimmte Zeit wirklich. Der Norweger zog sich einen Muskelfaserriss im Test gegen Rot-Weiss Essen zu, wie der Klub am Sonntagabend via X mitteilte.

Die Zahl, die alles sagt: 76 Minuten. So lange dauerte sein einziger Startelf-Einsatz in der 2. Bundesliga. Danach folgte Note 5,0, Auswechslung, Bedeutungslosigkeit. Und jetzt: Krücken statt Kurve.

Ein zweikampf, ein schrei – und schon war die saison vorbei

Es war die 35. Minute im Stadion an der Hafenstraße, als Essens Tobias Kraulich den 24-Jährigen in einen Body-Check zwang. Rakneberg blieb liegen, schlug mit der Faust auf den Rasen, wusste sofort: Das war’s. Maximilian Wittek kam, Rakneberg ging – und wird viele Wochen fehlen. Der VfL verlor übrigens auch das Spiel, 1:2. Ein Nebenkriegsschauplatz, der Symbolcharakter hat.

Der Linksverteidiger war Anfang Januar ablösefrei von Kristiansund BK gekommen, weil Bochum nach dem Abstieg Personalsicherheit suchte. Stattdessen lieferte er ein Lehrstück über Transfer-Poker im Winter: fünf Kurzeinsätze, kein einzes Alleinstellungsmerkmal, null Punkte mit seiner Beteiligung. Die Castroper Straße redet schon wieder über Neuzugänge, während der alte Neuzugang sich einen Muskelverband umbinden lässt.

Wer kommt, wenn der plan „rakneberg“ schon wieder zerrissen ist?

Wer kommt, wenn der plan „rakneberg“ schon wieder zerrissen ist?

Trainer Dieter Hecking muss jetzt improvisieren. Wittek ist gesetzt, hinter ihm lauern die Jugendspieler – oder der nächste Kurzzeitvertrag. Die sportliche Planung versinkt im Schnee von Essen, und die sportliche Leitung muss erklären, warum ein Spieler, der kaum Spielzeit bekam, trotzdem so unersetzlich schien, dass man ihn bis zur erneuten Verletzung nicht abgeben wollte.

Für Rakneberg bleibt ein halbes Jahr Leihgebühr, ein paar Bochumer Restaurants, die seinen Namen noch aussprechen können, und die Gewissheit: In der Statistik wird er als Transfer ohne Ertrag stehen, ein Fußnote in einem Aufstiegsjahr, das vielleicht nie kommt.