Rahm kämpft zurück: dramatischer tag auf augusta!
Jon Rahm hat am Freitag beim Masters Tournament ein Kraftpaket an Frustration in eine bemerkenswert stabile Leistung verwandelt. Nach einem desaströsen Eröffnungstag, der ihn weit zurückwarf, zeigte der Spanier eine kämpferische 70er Runde und hielt so seine Chancen auf ein Wochenende im Augusta National am Leben – ein Überleben, dessen Ausgang noch in der Abenddämmerung entschieden werden muss.

Die last des gestrigen misserfolgs
Der 78er Schlag vom Donnerstag, der auf ein unerklärliches Spiel zurückgeführt wurde, lastete schwer auf Rahm. Er verbrachte Stunden auf dem Übungsplatz, nicht um an seinem Spiel zu feilen, sondern um die angestaute Frustration abzubauen. „Ich habe gestern Abend meine Gedanken nicht zur Ruhe bekommen“, gestand er. Die brutalen, rasenden Grüns des Augusta National, die im Laufe des Tages durch Hitze und Wind noch schneller wurden, hatten ihn sichtlich aus dem Konzept gebracht. Der Grußwort von Carlos Alcaraz, einem „Kämpfer“ schlechthin, gab ihm jedoch einen kleinen Anstoß.
Doch Rahm bewies am Freitag eine beeindruckende Widerstandsfähigkeit. Mit acht Schlägen weniger als am Vortag präsentierte er eine deutlich verbesserte Leistung, auch wenn er noch lange nicht seine beste Form erreichte. Spieler wie Tyrrell Hatton, der mit einem hervorragenden 66 für Furore sorgte (obwohl ihm ein Patzer am letzten Loch das Ergebnis verderb), Wyndham Clark (68) und der erfahrene Justin Rose (69) zeigten ebenfalls starke Leistungen und erhöhten den Druck auf den ehemaligen Masters-Champion.
Was Rahm fehlte, war der entscheidende Durchbruch: Die Verkettung von zwei Birdies in Folge, die ihm den nötigen Schwung hätten geben können, blieb ihm verwehrt. „Ich habe heute ordentlich gespielt“, erklärte er, „und einige gute Putts gesetzt, am 6., 7. und 9., trotz des Bogey, und am 12., wo ich erneut eine Patzer hinlegte. Vielleicht hat mir einfach ein Ball gefehlt, der ins Loch rollt.“
Der Augusta National, gespickt mit Fallen, ließ selbst die Par-5-Löcher keine einfachen Chancen zu, wo man früher routinemäßig Eagles und Birdies sammeln konnte. Weltnummer 1 Scottie Scheffler erlitt zwei Bogeys am 13. und 15. Loch, wobei er den Ball jeweils ins Wasser spielte – das letztere Mal sogar im Teich hinter dem 16. Loch, einem Par-3. Der Spanier hingegen fand am 14. Loch zurück in seinen Rhythmus und spielte die letzten vier Löcher auf hohem Niveau. Ein seltener Glücksgriff am Par-3, der sich an der Tourmalet-artigen Steigung orientierte, bescherte ihm einen wichtigen Birdie und gab ihm neuen Auftrieb.
Ob dieser Birdie eine Art „göttliche Gnade“ war oder lediglich eine Verlängerung seiner Qualen, wird sich erst in einigen Stunden zeigen. Die Konkurrenz schläft nicht, und Rahms Kampf ums Überleben ist noch lange nicht entschieden.
