Raducanu: tennis-spaß trotz durststrecke – disziplin schlägt motivation

London – Emma Raducanu, die Überraschungssiegerin der US Open 2021, hat in einem offenen Gespräch vor ihrem Heimturnier im Queen’s Club ihre schwierige sportliche Phase thematisiert. Die junge Britin räumt ein, dass die letzten Monate alles andere als einfach waren, doch ihre Leidenschaft für den Tennissport ist ungebrochen.

Der kampf gegen den inneren schweinehund

Es ist kein Geheimnis, dass es für Raducanu derzeit nicht optimal läuft. Nach dem sensationellen Triumph in New York folgte eine Phase der Enttäuschungen und Rückschläge. Doch anstatt sich von den Niederlagen entmutigen zu lassen, zeigt die 23-Jährige eine bemerkenswerte Reife. "Ich glaube nicht, dass man Tennis die ganze Zeit genießen muss“, erklärte sie gegenüber BBC Sport. Wie in jedem anderen Beruf gebe es auch im Sport Tage, an denen die Motivation fehlt. Entscheidend sei jedoch, das Beste aus den gegebenen Umständen zu machen. „Es geht mehr um Disziplin als um Motivation“, betonte Raducanu. Ein wichtiger Punkt, der zeigt, dass sie den Fokus auf ihren Arbeitsalltag legt.

Die vergangenen Monate waren für Raducanu nicht nur sportlich herausfordernd. Sie kämpfte mit gesundheitlichen Problemen, darunter eine Virusinfektion, die sie zwang, mehrere Turniere zwischen Miami und Rom ausfallen zu lassen. Der frühe Ausscheiden bei den French Open gegen Solana Sierra unterstrich die aktuelle sportliche Krise. Doch die Britin weigert sich, aufzugeben.

Vertrauter coach und rasensaison

Vertrauter coach und rasensaison

Ein Hoffnungsschimmer ist die erneute Zusammenarbeit mit Andrew Richardson, ihrem Trainer vom Sensationalsieg in New York. Die beiden kennen sich seit ihrer Jugend und teilen ein großes Vertrauen. „Er kennt mich seit meiner Jugend, ich vertraue ihm und er vertraut mir“, so Raducanu. Richardson hilft ihr, sich auf den täglichen Prozess zu konzentrieren, anstatt sich von den Ergebnissen überwältigen zu lassen.

Im Queen’s Club startet Raducanu gegen Anna Blinkowa in die Rasensaison. Auch im Doppel wird sie an der Seite von Katie Boulter antreten. Das Turnier dient vor allem der Vorbereitung auf Wimbledon, wo Raducanu auf eine Trendwende hofft. Die ehemalige Weltranglisten-Zehnte blickt optimistisch in die Zukunft und zeigt sich entschlossen, ihre Form wiederzufinden und an ihre früheren Erfolge anzuknüpfen. Die Ausdauer und Disziplin, die sie betont, werden dabei entscheidend sein. Die Tenniswelt wird gespannt beobachten, ob sie ihr Ziel erreicht.