Racing reist blutend nach aragón: spitzenreiter will bei zaragoza die schmach von albacete abwaschen

Die La Romareda kocht. Um 18:30 Uhr empfängt der abstiegsbedrohte Real Zaragoza den blamierten Tabellenführer Racing Santander – ein Duell, das vor einer Woche noch niemand auf dem Radar hatte, jetzt aber die komplette Zweitliga-Talkrunde entzündet.

Die Cifras sprechen eine klare Sprache: 59 Punkte gegen 30, Platz eins gegen Platz 20. Doch die Zahlen lügen. Denn der Primus kommt mit offenen Wunden. Die 0:4-Heimschlappe gegen Albacete war kein Ausrutscher, sondern ein K.o. nach 22 Minuten in Unterzahl. Peio Canales sah Rot, die Abwehr kapitulierte, die Anhänger verließen frühzeitig das Stadion. Trainer Guillermo Fernández sprach von „dem hässlichsten Tag seit meiner Amtsübernahme“.

Navarro setzt auf die furia von vor drei wochen

Auf der Gegenseite schwört David Navarro darauf, dass sein Zaragoza dieselbe Mannschaft ist, die Anfang März noch drei Siege in Folge einfuhr. Die 1:2-Niederlage in A Coruña schmerzt, weil seine Vorderleute zwischen der 60. und 80. Minute drei 100-prozentige Chancen vergaben. „Wir haben die Gallegier dominiert, aber das runde Leder wollte nicht rein“, sagte der Coach nach Abpfiff. Nun fordern die Anhänger eine Reaktion – und zwar gegen genau jene Santanderer, die ihnen im Hinspiel die erste Saisonniederlage beibrachten.

Die Personalie Canales dürfte Fernández umbauen lassen. Statt des Gesperrten rückt wahrscheinlich Pablo Rodríguez ins defensive Mittelfeld, während Zaragoza auf die Rückkehr des gelbgesperrten Kapitäns Jair Amador hofft. Der Center-Back trainierte gestern ohne Beschwerden mit der Mannschaft und würde der Hintermannschaft sofort Stabilität verleihen.

Die TV-Übertragung übernimmt wie gewohnt LaLiga TV Hypermotion, parallel liefert Radio MARCA Minutenprotokoll. Wer die Zahmung des Tabellenführers live erleben will, sollte spätestens um 16:30 Uhr die Twitter-Timeline auf Refresh stellen – dann flattern Aufstellungen, Kuriositäten und Stimmungsvideos aus dem Fanblock herein.

Für Santander geht es um die erste Auswärtsniederlage seit November, für Zaragoza ums reale Letzte. Ein Sieg würde die Maños auf 33 Punkte hieven und den Anschluss an das rettende Ufer wagen. Die Formel ist simpel: gewinnen oder den Abstiegsstrudel weiter treiben. Die Romareda wird ihre Rolle kennen – und wenn der Rasen erst einmal bebt, vergessen selbst Spitzenreiter gern, warum sie vor einer Woche noch als Meisterschaftskandidaten galten.