Psg-jubel wird zur tödlichen falle – drei tote nach champions-league-triumph

Ein historischer Pokal, drei junge Leben ausgelöscht. Die Nacht, in der Paris Saint-Germain endlich die Champions League holte, endete für Familien in Ruanda, Frankreich und ganz Europa im puren Horror.

Sena verschluckt zwei menschen – ein sprung, ein sturz

Kurz nach dem Schlusspfiff am Samstag liefen Tausende Richtung Quartier Latin. Gegen 23:30 Uhr meldeten Anrufer der Polizei: Ein 27-jähriger Mann aus Ruanda sei absichtlich in die schwarze Wasserfläche des Seines gesprungen. Die Flussfeuerwehr zog ihn nach 18 Minuten bewusstlos ans Ufer. Die Ärzte des Hôtel-Dieu kämpften bis Dienstag – vergeblich.

Am frühen Sonntagmorgen trieb bereits eine zweite Leiche unterhalb der Brücke Louis-Philippe. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Mann wenige Stunden zuvor am Pont-au-Change stürzte. Rettungskräfte versuchten Reanimation, doch die 4 °C kalte Strömung hatte entschieden.

Verkehrschaos auf dem boulevard périphérique

Verkehrschaos auf dem boulevard périphérique

Während die Menge auf den Champs-Élysées Richtung Arc de Triomphe zog, riss ein Motorradfahrer die provisorisch entfernte Vorfahrtschilder herunter. Sekunden später krachte er in einen Leitpfosten – tödlich. Laut Innenministerium war es der erste Todesfall, der direkt mit den Ausschreitungen zusammenhing.

Die Bilanz der Feiern, die schnell in Randale umschlugen, liest sich wie ein Kriminalbericht: 890 Festnahmen, 178 verletzte Polizisten, mehr als 200 verletzte Fans. Geschäfte geplündert, Straßenlaternen zertrümmert, ein ganzes Stadtviertel rußgeschwärzt. Verglichen mit der letzten Meisterfeier 2025 stieg die Zahl der Festgenommenen um 45 Prozent.

Die Staatsanwaltschaft Paris hat für jeden Toten ein Ermittlungsverfahren eröffnet. „Wir prüfen fahrlässige Tötung, Verstoß gegen Verkehrsregeln und mögliche organisierte Gewalt“, sagt Oberstaatsanwältin Laure Beccuau. Die Obduktionsergebnisse der beiden Sena-Opfer liegen noch nicht vor.

PSG-Sportdirektor Luis Campos reagierte sichtlich mitgenommen: „Der Pokal ist für einige Familien jetzt mit bitterstem Schmerz verbunden.“ Die Kanzlerin der Fanszene fordert eine unabhängige Untersuchung des Polizeieinsatzes – und eine Gedenkminute im ersten Heimspiel der neuen Saison. Die Meisterfeier ist vorbei, die Schuldfrage bleibt.