Preußen münster am abgrund: kann ein wunder noch gelingen?
Hannover – Ein Punkt, der kaum tröstet: Preußen Münster kehrte mit einem müden 3:3 aus Hannover zurück, während die Hoffnung auf den Klassenerhalt weiter schrumpft. 40 Minuten lang schien die Welt für die abstiegsbedrohten Münsteraner in bester Ordnung, doch dann kam Hannover – und riss das Team ins Tal der Tränen.
Die illusion einer sicheren zukunft zerplatzt
Zwei frühe Treffer von Imad Rondic und Shin Yamada ließen die Anhänger des SC Preußen kurzzeitig träumen. Ein komfortabler Vorsprung bei Aufstiegskandidat Hannover 96 – das klang nach einem Achtungserfolg, der die Abstiegsangst kurzzeitig betäubte. Doch die Freude währte nicht lange. Mustapha Bundus Doppelpack und ein später Führungstreffer der Gastgeber warfen die Münsteraner aus der Bahn und warfen lange Schatten auf die Zukunft.
Jorrit Hendrix’ Last-Minute-Tor rettete zwar vor einer deutlichen Niederlage, doch die bittere Wahrheit bleibt: Preußen Münster befindet sich in einer äußerst schwierigen Lage. „Wir haben versucht, das Spiel des Gegners zu verlangsamen, das ist uns relativ gut gelungen“, analysierte Coach Alois Schwartz nach dem Spiel. „Eigentlich sind wir auf einem sehr, sehr guten Weg. Wir haben eine Ecke für uns und dann haben wir uns ein bisschen naiv verhalten.“

Fehlerkette statt wunder
Die Analyse des Trainers ließ wenig Gutes erahnen. Eine verfehlte kurze Ecke und ein vermeidbares taktisches Foul – Schwartz sah zwei klare Gelegenheiten, wie das Unheil vom Tisch hätten geräumt werden können. Stattdessen geriet sein Team völlig aus dem Konzept, nachdem Hannover den Ausgleich erzielt hatte. Der späte Ausgleichstreffer durch Stefan Teitur Thordarson mag zwar moralisch ein Erfolg sein, doch er ändert nichts an der bedrohlichen Situation.
Die Tabelle lügt nicht: Mit der zwischenzeitlichen 2:0-Führung waren die Münsteraner nur noch drei Punkte von den rettenden Ufern entfernt. Das Remis bedeutet nun, dass Platz 15 und der Relegationsrang ebenso wie der direkte Abstiegskampf nur noch vier Zähler entfernt liegen. Die Marschroute ist klar: Sieg gegen Darmstadt am kommenden Sonntag, und zwar um jeden Preis. Doch selbst ein Sieg könnte nicht ausreichen, wenn Braunschweig und Fürth ihre Spiele gewinnen sollten. Preußen Münster muss auf Schützenhilfe hoffen – ein trauriges Los für einen Verein mit so viel Tradition und Herzblut.
Niko Koulis' Körpersprache nach dem Abpfiff sprach Bände. Die Hoffnung schwindet, die Zeit rennt, und Preußen Münster steht vor der größten Herausforderung seiner jüngeren Geschichte. Ob ein Wunder noch gelingen kann, bleibt abzuwarten, aber eines ist sicher: Die kommenden Tage werden entscheidend sein.
