Premier-league-klubs spalten europa: champions-league-reform droht
Die Champions League bebt erneut. Kaum hat sich die Ligaphase etabliert, knurren die Großklubs aus Spanien, Deutschland und Italien: Zu viele Insel-Duelle, zu viel englische Macht. Ihr Plan: Länderschutz sofort kippen – damit Bayern gegen Dortmund oder Real gegen Barça schon vor Weihnachten möglich wird.
Der hintergrund: englands vorzugsprivileg
Derzeit darf ein Klub in der Gruppen-Liga maximal zweimal auf Premier-League-Gegner treffen, weil die UEFA aus jedem Topf nur zwei Teams desselben Verbandes zieht. Problem: England stellte in dieser Saison sechs Teilnehmer, davon drei im stärksten Topf 1. Ergebnis: Barcelona, Bayern, Inter & Co. kassierten automatisch Doppelbelastung gegen Inselteams, während sich Chelsea mit Zypern-Klub Paphos einpulverte. Die Wettbewerbsverzerrung ist offensichtlich – und zählt sich in TV-Geldern aus.
Die Liga-Phase lief bisher wie ein englisches Schaulaufen: 18 der 36 Spieltage standen unter Union Jack. Die UEFA freut sich über Rekordeinnahmen, doch die europäischen Schwergewichte wittern ein strukturelles Ungleichgewicht. Ihre Devise: Entweder wir dürfen uns untereinander schlagen, oder wir ziehen den Stecker.

Paris gegen monaco als signal
Ein Vorgeschmack kam in der K.o.-Runde: Paris traf auf Monaco, ein rein französisches Achtelfinale – früher undenkbar. Die TV-Quoten stiegen, die Stimmung auch. Genau das wollen die Revoluzzer: mehr Lokalderbys, mehr Dramatik, weniger Garantieplätze für die Premier League. Die UEFA berät laut Insidern bereits über ein Modell, das den Länderschutz komplett ab 2027 abzuschaffen. Dann wäre jedes Los offen, jedes Gruppenspiel ein Finale.
Kritiker warnen vor Überfremdung: Wenn Barça schon im Oktober auf Madrid trifft, verliert das Clásico seinen Kreisliga-Kick. Die Gegenseite kontert: Die Fans bekommen mehr Top-Spiele, der Wettbewerb wird härter, die Engländer verlieren ihre Extrawurst. Die Zahlen sprechen für sich: In den letzten fünf Jahren holten englische Klubs 43 % der verfügbaren Punkte in der Ligaphase – bei nur 17 % der Teilnehmer.
Die Entscheidung fällt im Dezember auf dem ExKo-Treffen in Nyon. Wenn sich die Mehrheit durchsetzt, platzt die Bombe schon zur Saison 2026/27. Dann könnte der FC Bayern in der ersten Woche auf Borussia Dortmund treffen – und niemand müsste mehr nach Manchester fliegen, um das Achtelfinale zu erreichen. Die Champions League würde endgültig zur offenen Jagd. Die Engländer werden nicht schweigen.
